Bayerischer Wald-Verein Sektion Lindberg-Falkenstein
Bayerischer Wald-Verein Sektion Lindberg-Falkenstein

Schachtenpflege 2021

Grandiose Schachtenpflege-Aktion

Der Bayer. Wald-Verein und die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald haben eingeladen, doch niemand hätte glauben wollen, dass sich trotz miserabler Wetterprognose gleich 78 Frauen und Männer einfinden sollten, um den Schachten, ehemaligen Weideflächen im Bayerischen Wald, ihr charakteristisches Aussehen zu sichern. Dabei war die Wald-Vereins-Sektion Regen noch gar nicht dabei, waren  doch einige davon auf ihrer traditionellen Rad-Wallfahrt nach Maria Plain unterwegs. Sie werden voraussichtlich 14 Tage später am Jährlingschachten im Einsatz sein. 

Bereits um 8:00 Uhr in der Früh sind sie da in Scheuereck bei Lindberg, die Idealisten; sie sind u. a. angereist aus den Räumen um Passau bis hinauf nach Bogen oder im Westen aus Plattling. Aber auch viele Einheimische aus dem Zwieseler Winkel sind gekommen und folgen jetzt der Einweisung durch Jochen Linner, dem Naturschutzreferenten des Nationalparks. Der Lindberger Bürgermeister Gerd Lorenz stellt die Bedeutung des Kulturgutes Schachten für seine Gemeinde heraus und ist voll des Lobes für den Einsatz der Helfer. 

Im Nu sind Fahrgemeinschaften gebildet. Es geht hinauf auf den Albrechtschachten. Die Sektion Lindberg-Falkenstein übernimmt unter Anleitung des Nationalpark-Forstfachmannes Helmut Hackl den unteren Schachtenteil, Georg Jungwirth weist alle anderen am oberen Teil ein. Jetzt beginnt ein reges Treiben, bei dem unerwünschter Jungwuchs, bestehend aus Ebereschen, Fichten, Buchen u. s. w., per Astschere oder Freischneider entfernt werden. Auch die Heidelbeere, die sich in den letzten Jahren übermäßig ausgebreitet hat, wird streifenweise entfernt, damit sich Borstgras und andere einst eingesessene Pflänzchen wieder ansiedeln können. Das Schnittgut wird meist mit der Heugabel aufgenommen und an den Waldrand verfrachtet, wo es als Unterschlupf für so manches Waldgetier dienen kann. Auch die Motorsäge muss angeworfen werden, um größere Fichten und überständige Buchen zu fällen, die das charakteristische Schachtenbild beeinträchtigen. 

Am unteren Teil des Ruckowitzschachtens weiden die Rinder, im oberen Bereich ist die Bergwachtbereitschaft Zwiesel im Einsatz. Trotz weiterer Verpflichtungen an diesem Tag konnten von Blacky und Richard dennoch 11 Kräfte mobilisiert werden, die sich auf dieser großen Schachtenfläche abrackern mussten. Die gute Laune, die sie ausstrahlen, verrät nichts von der harten Arbeit. 

Den weitesten Anreiseweg haben die Recken von der Wald-Vereins-Sektion Mitterfels zu bewältigen; eine gute Stunde sind sie auf der Straße unterwegs. Sie haben die Patenschaft über den Rindlschachten übernommen und sind heute mit 17 arbeitswilligen Kräften da. Diese werden auch dringend gebraucht, gilt diese Fläche auch als diejenige, auf der die störenden Pflanzen  vital wachsen und sich schnell ausbreiten. Der Transport des Schnittgutes wird durch den Bewuchs mit dichtem, hüfthohem Heidelbeergebüsch wesentlich erschwert, was den schweißgebadeten, schnaufenden Abtransporteuren anzusehen ist.

Den Blick in die Richtung des Rachel gerichtet, weiß man, dass am Lindberg-Schachten die Bürgergemeinschaft Buchenau zu Werke geht. Weil der Abtransport der größeren Baumteile per Hand nur aufwändig durchzuführen war, haben sie sich auf ein kleines, geländegängiges Transportmittel besonnen und dadurch viel Zeit und Kraft eingespart. Aber auch hier mussten kleinere Bäumchen ausgezwickt und Heidelbeersträucher geschnitten werden. 

Die Wald-Vereins-Sektion Lindberg-Falkenstein hatte die ganztägige Organisation der Verpflegung inne. Am Vormittag muss die Brotzeit auf den Schachten eintreffen, und für den frühen Nachmittag stand das Abschluss-Essen auf dem Programm. All die Jahre vorher haben sich dazu die Einsatzkräfte am Schachtenhaus zusammengefunden. Coronabedingt sollte aber in diesem Jahr der Abschluss am jeweiligen Schachten stattfinden. Dazu haben die Lindberger Tische und Bänke aufgestellt, Geschirr und Besteck ausgebreitet, um den warmen Leberkäs mit Kartoffelsalat zu servieren. Viel Applaus gab es auf jedem Schachten, als kundgetan wurde, dass der Leberkäs bis Mittag einzig und allein für die Schachtenpfleger  im Holzbackofen der Lindberger Metzgerei Schreder zubereitet und von dieser zugleich auch noch gesponsert wurde. Überhaupt sind die Rückmeldungen voll des Lobes sowohl über die Gastfreundschaft wie auch die Wertschätzung, die ihnen von den  Lindbergern entgegen gebracht wurde. Der Dank richtet sich aber auch an die Nationalparkverwaltung, die, angeführt von Jochen Linner, sowohl personell wie auch finanziell maßgeblich am Erfolg der Aktion beteiligt ist. Dass sich auch noch der Bürgermeister die Zeit genommen hat, um auf jedem Schachten den Dank der Gemeinde auszusprechen, hat einem sonnigen, erfolgreich verlaufenen Tag schier die Krone aufgesetzt.

Günther Hannes

Auf los, geht's los!

Lindberg, im Juni 2021

Liebes, verehrtes Mitglied,

endlich ein Silberstreif am Horizont. Die Inzidenzzahlen nähern sich der „0“. Jetzt nur nicht zu schnell in die totale Unbesorgtheit zurückkehren, sondern die „AHA-Regeln“ weiterhin beachten und einhalten! Unter diesem Gesichtspunkt zu handeln, hat die Vorstandschaft unserer Sektion dennoch einige Möglichkeiten herauspicken können, um ein ansprechendes Veranstaltungsprogramm für das III. Quartal diesen Jahres aufzustellen.

Dazu gleich schon  jetzt eine ganz herzliche Einladung an Sie alle, mitzumachen.

Mit dem Blick zurück in diese unselige Zeit der Corona-Pandemie darf ich etwas ganz Schönes verkünden: Nur zwei Mitglieder haben ihre Mitgliedschaft im Verein aufgekündigt. All die anderen gut 500 Mitglieder sind unserem Verein treu geblieben! Ihnen allen ein ganz, ganz herzliches Dankeschön dafür!

Noch was zum Freuen: In den beiden Monaten Mai und Juni d. J. haben unserem Verein durch ihren Beitritt 10 Frauen und Männer das Vertrauen ausgesprochen. Herzlich willkommen! Dazu ein herzliches Dankeschön den „Werbern“; sie kommen alle aus dem Kreis der Vorstandschaft.

Infolge der Corona-Lockerungen konnten wir wirklich ganz kurzfristig zur Maiandacht auf unserem Hausberg, dem Falkenstein, einladen. Alle haben sofort zugesagt: Pfarrer Glatz, die Musiker, der Bergwirt, der Omnibus-Unternehmer, die Fahrgenehmigungen vom Nationalpark sind auch noch rechtzeitig gekommen. Und die Besucher! Überwältigend! Sage-und-schreibe knapp 150 Menschen haben den Falkensteingipfel bevölkert. Beeindruckend!

Aber jetzt schnell wieder nach vorne geblickt! Da können wir bereits zur Jahreshauptversammlung einladen. Sie soll am 24. Juli stattfinden. Kommen Sie, soweit es Ihnen möglich ist. Denn da können wir Sie informieren, auch Ihre Fragen beantworten. Die offizielle Einladung samt Tagesordnung finden Sie in diesem Programm.

Noch eine Bitte an Sie: Bei aller Zuversicht, dass wir alle geplanten Veranstaltungen durchführen können, werden stets Corona-Regeln einzuhalten sein. Bitte beachten Sie die am Veranstaltungstag gültigen; Sie erleichtern damit den Verantwortlichen die Durchführung.

Was uns jetzt noch bleibt, das machen wir sehr, sehr gerne: Wir schicken die allerbesten Wünsche für Glück und Gesundheit an Sie, unser Mitglied, auf die Reise. Und uns bleibt die Vorfreude auf ein baldiges Wiedersehen.

Günther Hannes und die Vorstandschaft

 

 

Unser aktuelles Gesamt-Programm finden Sie hier

Programm zum selbst ausdrucken
2Progr. III. Quartal 2021 Home.docx
Microsoft Word-Dokument [801.2 KB]

Vogelkunde

Foto: Hans-Werner Neumann (c.)

Der Hörfunktechniker Hans-Werner Neumann greift in seiner Freizeit gerne zur Kamera statt zum Studiomikrofon und fotografiert die Welt der Vögel. Dankenswerterweise erlaubt er dem Bayerischen Wald-Verein die Fotos hier ins Netz zu stellen. Wir ergänzen um einige Informationen und vielleicht findet das eine oder andere Mitglied den Vogel auch in der Natur. Bilder aus unserer Umwelt und Natur von unseren Vereinsmitgliedern veröffentlichen wir gerne. Einfach mailen an Norbert Schreiber. Mailadresse: nlschreiber@t-online.de

Schwarzmilan
Milvus migrans


Der Schwarzmilan kommt vor allem in den östlichen und südlichen Bundesländern vor. Er ähnelt äußerlich und in seiner Lebensweise sehr seinem engen Verwandten, dem Rotmilan. Sein Schwanz ist jedoch etwas kürzer und weniger stark gegabelt. Darüber hinaus ist seine Grundfarbe eher dunkelbraun. Er lebt vorzugsweise in der Nähe von Gewässern und in Auenlandschaften. Die Wintermonate verbringt er in Afrika.

48-58 cm groß
Langstreckenzieher
nur im Winter nicht zu beobachten
dunkler Greifvogel

Aussehen
Die Grundfarbe des Gefieders ist dunkelbraun. Wie der Rotmilan besitzt auch er ein weißes Fenster auf der Flügelunterseite, das bei Altvögeln aber schwächer ausgeprägt ist. Er unterscheidet sich vom Rotmilan außerdem durch etwas kürzere Flügel und einen kürzeren Schwanz.

Verhalten
Wie auch die Rotmilane zählen sie zu den Suchflugjägern. Nur selten setzen sie sich zur Nahrungsaufnahme auf den Boden, vieles wird im Flug abgegriffen. Schwarzmilane sind gesellig und bilden häufig Schlafgemeinschaften.

Lebensraum
Generell ist der Schwarzmilan in weiten Teilen Europas verbreitet. Dabei findet man ihn häufig in Waldgebieten mit Seen oder Flüssen oder in der Nähe von Feuchtgebieten. Für die Jagd hält er sich in offenen Landschaften auf.

Gefährdung
Der Schwarzmilan gilt in Deutschland aktuell als nicht gefährdet.

Zugverhalten
Zu den Zugvögeln gehörend, verbringt der Schwarzmilan die Wintermonate in Afrika südlich der Sahara. An der Meerenge von Gibraltar kommt es vor allem während des Herbstzugs zu größeren Ansammlungen.

Nahrung
Die Ernährung ist vielseitig und opportunistisch. Zum Beispiel greift er lebende oder tote Fische von der Wasseroberfläche mit den Krallen auf. Er hat sich aber so weit an den Menschen gewöhnt, dass auch Fleischabfälle auf seinem Speiseplan stehen.

Stimme
Seine Rufe ähneln denen des Rotmilans, jedoch geben sie ein schnelleres „pii-i-i-i“ von sich.

Neue Ausgabe: Böhmerwald-Zeitschrift mit Reportage über Höllbachspreng

WALDBADEN

Inhalt

Aktuelles, Verblichen, aber nicht verschwunden - Fronleichnamskirche St. Thoma, Jahresthema: Der Wald und seine Museen, Das Heimatmuseum „Niemes und Prachatitz“ in Ingolstadt, Aus der Geschichte, Böhmens Symbole - das Löwenwappen, Aus dem alten Böhmerwald, Erinnerungen aus dem Leben von Franz Riepl – Roschwawerlfranz, Blick in den Böhmerwald, Auflösung des Monatsrätsels vom Mai, Monatsrätsel im Juni 2021, Blick in den Bayerischen Wald, Kunstmalerin Brigitte Hannig, Gesucht, gefunden,  Besonderheiten um die Entstehung unserer Familiennamen, Gut Essen & Trinken, Im Gespräch mit ... Václav Sklenář, Heilige verbinden die Völker, St. Veit und der Veitstag, Kunst und Literatur, Wie die Jula verspeist wurde, Natur und Landschaft, Durchs Höllbachg‘spreng zum Falkenstein, Der Baumwipfelpfad Bayerischer Wald,  Für Sie gelesen – Bücherecke, Heiteres und Nachdenkliches, Die Mädchenhändler,  Hundeschule, Vorschau – „Der Böhmerwald“ im Juli

Die jährliche Säuberungs-Aktion in der Gemeinde Lindberg Rama dama 2021

Ganz einfach war es nicht, die Akteure corona-gerecht einzusetzen, denn es sind gleich zehn davon gekommen. Von Vorteil war jedoch, dass sich das Einsatzgebiet recht weitläufig, von der B11 bis nach Zwieslerwaldhaus, erstreckt  und sich die Einsatzkräfte dadurch nie in die Quere kommen mussten. Schade war allerdings, dass auf das sonst gemütliche Beisammensein am Ende der Rama-dama-Aktion corona-bedingt verzichtet werden musste.

Der Vorsitzende, Günther Hannes, war sichtlich erfreut, dass mit dieser Aktion wenigstens ein Anfang gemacht werden konnte in der jährlichen Abarbeitung der Aufgabenliste. Er sprach allen Beteiligten ein ganz herzliches Dankeschön aus. 












Mit dem 2. Vorsitzenden, Tobias Schreder (links), sind wir vollzählig

Nostalgie - Wie's früher war ... So wird's nie wieder sein

Alte Metzgerei in einem Burgenlandmuseum

RETRO Bayerischer Rundfunk zeigt Nostalgie-Filme in seiner Mediathek      

Mit einer neuen RETRO-Serie öffnet die Mediathek des Bayerischen Rundfunks die Fernseharchive des Senders. Der Bayerische Wald-Verein Sektion Lindberg-Falkenstein macht sich auf Spurensuche und veröffentlicht Fundsachen aus dem Bayerischen Wald auf seiner Website www.waldverein-lindberg.de
 

Der Tourismus boomt im Bayerischen Wald in den 1960er Jahren. Die meisten Touristen kommen mit dem eigenen Pkw. Der Bayerische Rundfunk hat sie in den Waldregionen begleitet. In einer Serie zeigt der Bayer. Wald-Verein Sektion Lindberg einige ausgewählte Videofilme aus der RETRO-Serie des Bayerischen Rundfunks.

BR retro: Die Wolfauslasser von Lindberg

Der Brauch hat sich bis heute erhalten im Bayerischen Wald: Das Wolfaustreiben am Ende des Weidejahres. In seiner Reihe retro zeigt der Bayerische Rundfunk die Lindberger Wolfauslasser. Der Brauch stammt aus einer Zeit, als noch Wölfe und Bären den Bayerischen Wald bevölkerten. Den Kühen wurden Glocken umgehängt, und die Hirten schnalzten beim Kuhabtrieb mit Geißeln in die Luft. Ein lauter Knall ist dann zu vernehmen.

Der Wegweiser-Schnitzer von Thurmansberg

In Thurmansbang weisen handgeschnitzte Wegweiser die Wanderwege für Touristen. Der Bayerische Rundfunk porträtiert einen Wegweiserschnitzer aus Thurmansbang

Schnee-Rutschen in Eisenstein

BR RETRO


BR Retro - quer durch alle Regionen und Regierungsbezirke im Bayern der 50er und 60er Jahre. Dokumente der Zeitgeschichte, vergessen geglaubte bayerische Traditionen, kurioses Brauchtum und historische Ereignisse aus Sport, Kultur, Gesellschaft und Politik. Unsere Schätze aus dem BR-Archiv bieten Einblicke in das Bayern von damals. Retro-Fernsehen jetzt in der BR Mediathek entdecken!

https://www.br.de/mediathek/rubriken/themenseite-bayern-damals-100

 

Die neue Mannschaft vom Wald-Verein Sektion Lindberg Falkenstein voll Tatendrang

Von links, vorne: Lieselotte Brandl, Sonja Steiner, Hermann Ganserer

Hinten: Klaus Winterrot, Eugen Stadler, Roland Baumann, Max Straub, Pattrick Hackl, Daniel Weininger,

Tobias Schreder, Josef Ebner, Alois Däuschinger, Günther Hannes

Nach den Neuwahlen auf der Generalversammlung, am 15. August, und der Ausschuss-Sitzung, 24. August, verfügt die Sektion über eine homogene, von Tatendrang durchdrungene Vorstandschaft, die den Verein mit Leben erfüllen und die Ziele des Bayer. Wald-Vereins mit Nachdruck ansteuern wird.

Die Vorstandschaft


1. Vorsitzender: Günther Hannes, Zwieselauer Str. 7, 94227 Lindberg 09922 6473

2. Vorsitzender: Tobias Schreder, Kramaer-Str. 5, 94227 Lindberg 0151 4122457

Schatzmeister: Patrick Hackl, Reifberg 60, 94258 Frauenau 0171 4769525

Mitgliederverwaltung: Max Straub, Bergstraße 5, 94227 Zwiesel 09922 3654

Schriftführer: Daniel Weininger, Steinriegl 15, 94227 Zwiesel 0160 91356191

Kulturreferent: Wird später eingesetzt

Wanderführerin: Lieselotte Brandl, Bürgerholzring 17, 94209 Regen 0175 7629977

Jugendwart: Sonja Steiner, Oberlindbergmühle 5, 94227 Lindberg 0151 700177770

Naturschutzwart: Alois Däuschinger, Am Talübergang 3, 94227 Zwiesel 0175 5049858

Beisitzer: Josef Ebner, Lindbergmühle 25, 94227 Lindberg 0171 6972613

Hermann Ganserer, Oberlindbergmühle, 94227 Lindberg 09922 802336

Klaus Winterrot, Baderinn 11, 94227 Zwiesel 0171 6132885

1. Kassenprüfer: Eugen Stadler, Schleicher 1, 94227 Lindberg 09922 3054

2. Kassenprüfer: Roland Baumann, Stadtplatz 15/17, 94227 Zwiesel 0160 6655246

  

Unterwegs am Osser

Ein Hoch auf den Ari`n-Gsang - So singt's und klingt's im Bayerischen Wald

Lindberg / Gr. Arber
Die Ari, auch als Urtyp waldlerischen Singens bezeichnet, stand am Sonntag im Mittelpunkt des Geschehens beim „Ari`ntag auf dem Arber“. Gleich drei Veranstalter zeichnen für den hohen Stellenwert dieser Veranstaltung: Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege e. V. Volksmusikstelle für Niederbayern und Oberpfalz, der Volksmusikverein im Landkreis Regen und die Sektion Lindberg-Falkenstein im Bayer. Wald-Verein. Das Ziel ist, der Ari viele aktive Anhänger zu mobilisieren und sie als gedeihliches Kulturgut an die kommenden Generationen weiterzugeben. 

Eine große Schar von etwa 70 Sängern und Musikanten, die sich in der Eisensteiner Hütte versammelt haben, konnte Franz Schötz, Vorsitzender des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege, begrüßen. Sie kommen nicht, wie man landläufig annehmen könnte, nur aus dem Bayerischen Wald, sondern großenteils von weit her, aus ganz Niederbayern, der Oberpfalz und sogar weiten Teilen Oberbayerns. Sie gehören Musik- und Gesangsgruppen an, die meisten davon sind aber nur aus Freude am Singen auf den Arber gekommen. 

Vor dem gemeinsamen Singen und Musizieren geht Schötz auf die Ari selbst ein, indem er die Geschichte bemüht und Definitionen dazu ab 1619 (Pretorius) liefert. Heute sehen wir die Ari als Gegenstück zur oberbayerisch-österreichischen Weis und zum älplerischen Jodler. Sie kann instrumental geblasen oder gestrichen, 2-, 3- oder 4-stimmig vorgetragen werden. Beim Gesang spielt der Text eine eher untergeordnete Rolle, sie ist ein mehrstimmiges Klangerlebnis, koa Liad und koa Tanz. Wenn jemand sagt: „Der hat koa Ari net“, dann meint dieser nichts anderes, als dass dieser kein Musikgehör hat oder einfach nicht singen kann. 

Franz Schötz fügt mehrere Tondokumente von älteren Aufnahmen verschiedener ehemaliger Gesangs- und Musikgruppen in seinen Vortrag ein, um auf die Besonderheit so mancher Ari einzugehen. Die Lindberger Woid-Ariensänger sind zur Stelle und können stimmgewaltig aufzeigen, wie so manch vorgespielte Ari, vierstimmig gesungen, heute klingt. Und jetzt geht`s an Eingemachte.

Zehn Bläser, angeführt von Sepp Roider, packen jetzt ihre Instrumente ein und marschieren hinauf zur Zwieseler Hütte, wo sie heute ganz besondere Ari`n einüben werden, wie die „Wiesbauern Ari“, „Verlassn bin i“, die „Sattler-Ari“ und andere. Sie werden sich ob der anheimelnden Atmosphäre der Hütte und der angenehmen Betreuung durch das TV-Mitglied Johanna Unnasch heute pudelwohl fühlen. Sepp Roider: „Auch die Bläser haben es mir heute leicht gemacht; sie sind allesamt großartige Musiker!“ 

In der Eisensteiner Hütte wird gesungen. Als Vorlage dient eine Singblattsammlung, zusammengestellt von Ingrid Hupf, Roland Pongratz und Franz Schötz. Darin aufgeführt sind die Wiesbauern-Ari, die Bauern-, De oide Lindbergerin-, Lindberger Dorf-, Konzeller-, Plattenstoaner-, Stoariegl-, Stallwanger-, Waldhirta-Ari und S Vogerl am Kerschbaam, wovon einige mit recht lustigen Texten aufwarten. Können alle aufgeführten Ari`n heute gelernt und eingeübt werden? Kein Problem, denn hochkarätige Lehrerinnen, Simone Lautenschlager aus München und unsere unermüdlich in Sachen Volksmusik agierende Ingrid Hupf, die des Öfteren auch ein aufheiterndes Geschichtlein in ihr Publikum zu schicken weiß, tragen unangefochtene Kompetenz für diese Aufgabe. Auch Franz Schötz selbst bietet sich gerne an und studiert mit den Sängern so manche Ari ein. Alle drei haben eine fröhliche Ausstrahlung inne, die schon mit dem ersten Lied auf das Publikum überspringt. So werden wirklich alle „mitgebrachten“ Ari`n gelernt und teils 3- bis 4-stimmig gesungen und so manche gar trischneidig in der Tonhöhe gesteigert. Die Freude ob des wundervollen Gelingens steht allen ins Gesicht geschrieben. 

Gestärkt durch das deftige Mittagessen auf der Eisensteiner Hütte geht`s nun hinauf zur Zwieseler Hütte. Immer wieder wird ein Halt eingelegt, um die grandiose Aussicht auf den Bayerwald zu genießen. Der Blick wandert hinunter ins Eisensteiner Tal, hinüber zum Falkenstein und den Rachel. Vorbei an der Arber-Kapelle ist das Ziel bald erreicht. Da thront sie nun, auf dem steilen Hang unterm Arbergipfel, die Bodenmaiser Mulde schier beherrschend, das markante Felsengebilde mit dem Richard-Wagner-Kopf westlich davon zum Greifen nahe, die Zwieseler Hütte. Gerade hier, in ihrem Umgriff, soll das große Finale über die Bühne gehen. 

Es ist zwar wenig Platz geboten hier droben für die vielen Akteure, dennoch hat jeder schnell eine sichere Position gefunden. Und schon ist die Welt um den Arber erfüllt von den Klängen aus zehn Blasinstrumenten und den vielen Kehlen der Sänger. Voller Leidenschaft werden die gelernten Melodien hinaus posaunt in die bayerisch-böhmische Bergwelt. Wanderer, angelockt von den unvermuteten Klängen hier droben, stimmen mit ein und schwärmen von einem zufällig glücklichen Erlebnis. 

Auch wenn die Begeisterung noch lange angehalten hätte, war der Zeitpunkt doch gekommen, um voneinander Abschied zu nehmen. Franz Schötz bedankt sich ganz herzlich für die Unterstützung durch die Wald-Vereins-Sektion Lindberg-Falkenstein, beim Volksmusikverein im Landkreis Regen, vertreten durch Hans Pongratz (Sohn Roland war verhindert), vor allem aber bei den herzerfrischend auftretenden Musiklehrern Simone Lautenschlager, Ingrid Hupf und Sepp Roider wie auch bei den Lindberger Woid-Ariensängern. Ein besonderes Dankeschön lässt er Thomas Liebl und der Hohenzoller`schen Bergbahngesellschaft zukommen, ohne deren großzügige Unterstützung diese Veranstaltung kaum möglich zu machen wäre. Danke für die unentgeltliche Überlassung der Hütte und die angenehme Betreuung den Verantwortlichen des TV Zwiesel. Wie aber sollte Franz Schötz selbst für die Vorbereitung und die vorbildliche, stets aufheiternde Durchführung des Ari`ntags am Arber gedankt werden? Natürlich mit einem lange anhaltenden, tosenden Applaus!

Der große Gewinner dieser schönen Veranstaltung auf dem König des Bayerischen Waldes, dem Arber, war allerdings einmal mehr unsere Ari. Dieser Tag, ihr zur Ehre und zum Ruhme, hat gezeigt, dass wir frohen Mutes in die Zukunft schauen dürfen. Die Ari lebt!

Text und Fotos von Günther Hannes

Programm  

Ferienaktion  

Machen Sie mit!            

Bayer.Wald- Verein |
Sektion Lindberg- Falkenstein e. V. 

Zwieselauer Str. 7

94227 Lindberg

 

 

Unser Juwel in Lindberg

In loser Folge zeigen wir Impressionen aus dem Bauernhausmuseum

Neue Dauerausstellung über den St.Gunther-Steig und das dörfliche Leben

Im Bauernhausmuseum Lindberg wird auf etwa 140qm die Geschichte und Lebenswelt einer dörflichen Gemeinschaft an einem bedeutenden Handelsweg (Gunthersteig) von Bayern nach Böhmen exemplarisch dargestellt. Während im Erdgeschoss das Leben in Küche, Stube, Schlafkammer, Speisekammer und Stall mit möglichst originalgetreuem Mobiliar und Hausrat nachgestellt wird, steht im oberen Stockwerk die Lebenswirklichkeit von Bauern, Handwerkern, Glasmachern, Wirten, Fuhrleuten, Jägern, Holzhauern und Grenzgängern im Mittelpunkt der neuen Ausstellung. Sie knüpft mit modernen Medienstationen eng an die Impuls- und Informationstafeln entlang des grenzüberschreitenden Gunthersteiges an. Ermöglicht wird das Projekt „Gunthersteig / Bauernhausmuseum Lindberg“ durch Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung Ziel ETZ Freistaat Bayern – Tschechische Republik 2014–2020 (INTERREG V).

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