Fotos: Nationalpark Bayerischer Wald
600 Besucher machen sich auf zum Schachtenhaus
Nationalpark und Wald-Verein organisieren traditionelles Fest mit Musik, Schmankerl und Sternwanderung
Lindberg. Dass das Schachtenhaus in der Gemeinde Lindberg ein Sehnsuchtsort vieler ist, wurde am vergangenen Sonntag deutlich. Die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald und die Sektion Lindberg-Falkenstein des Bayerischen Wald-Vereins hatten nach elf Jahren wieder ein Schachtenhausfest auf die Beine gestellt – und dieser Einladung sind hunderte Wanderer und Radfahrer gefolgt.
Doch bevor es sich alle Besucher bei Gegrilltem, Sterz, Pichelsteiner, Kuchen und gemütlicher Musik gut gehen lassen konnten, galt es zunächst noch etwas zu schwitzen und in die Hochlagen zu gelangen. Entweder auf eigene Faust oder als Teilnehmer bei der Sternwanderung. Bei bewölktem Himmel und 20 Grad starteten sechs Wanderungen, unter anderem geführt von Nationalparkleiterin Ursula Schuster, sowie zwei Radtouren, beispielsweise mit Frauenaus Bürgermeister Fritz Schreder, hinauf zum Schachtenhaus. Oben angekommen sorgte der Wald-Verein mit Schmankerl für das leibliche Wohl der Gäste. Für die fröhliche Musik waren die „Schachtenhaus Musi“, der „Riesberg-Viergsang“ um Michael Graßl, die tschechische Dudelsack-Kombo „Veselá Dudácká Muzika z Katovic“ und die „Kircha-Höh-Musi“ aus Lindberg zuständig. Der Trachtenverein Lindberg zeigte bei Tanzaufführungen sein Können und das Umweltbildungs-Team des Nationalparks kümmerte sich um das Programm für Kinder.
Ursula Schuster war vom großen Ansturm überwältigt. „Es freut mich sehr, dass wir diese Tradition nach dem letzten Fest im Jahr 2015 wieder aufleben lassen können.“ Vergessen hätte der Nationalpark in dieser Zeit die ehemaligen Waldweiden nicht, ganz im Gegenteil. Mittlerweile sei es bekannt, dass eine rund zehnköpfige Herde des Roten Höhenviehs die Sommermonate in den Hochlagen verbringt und abwechselnd auf dem Hoch-, Ruckowitz- und Albrechtschachten grast. „Neben den tierischen Helfern unterstützen uns beim Freihalten der Schachten auch viele Helferinnen und Helfern, denen der Erhalt der Waldweiden genauso am Herzen liegt wie uns“, so Schuster. Deshalb finde einmal im Herbst der Schachtenpflegetag statt, der vom Wald-Verein in Zusammenarbeit mit der Nationalparkverwaltung organisiert wird. „Bei dieser gemeinsamen Aktion wird spürbar, welche kulturelle Bedeutung die Perlen im Waldmeer für die Bevölkerung haben.“
In diesen Zusammenhang erinnerte Schuster an „einen, der heute sicherlich gerne bei uns gewesen wäre“. Gemeint war Günther Hannes, der Ehrenvorsitzende der Wald-Vereins Sektion Lindberg-Falkenstein, der am 13. Juli im Alter von 76 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben ist. „Als Wald-Vereins-Urgestein ist ihm eine offene und ehrliche Zusammenarbeit mit dem Nationalpark immer am Herzen gelegen. Mit seiner positiven und herzlichen Art hat er es immer geschafft, Menschen zusammenzubringen und gemeinsam für den Schutz der Natur zu begeistern.“
Abschließend gab es von der Nationalparkleiterin noch Dankesworte, gerichtet an Franz Winter, den Vorsitzenden der Wald-Vereins-Sektion Lindberg-Falkenstein, und sein Team sowie an alle Mitarbeiter, Ranger und Praktikanten der Nationalparkverwaltung für die Organisation, allen voran Martin Wagner. „Bedanken möchte ich mich auch bei allen, die sich dazu bereit erklärt haben, heute eine Wanderung oder Radtour zu begleiten, darunter Mario Schmid und Alexander Muthmann vom Junior Ranger Verein, Steffen Krieger von Pro Nationalpark Zwieseler Winkel sowie die Nationalparkmitarbeiter Tobias Windmaißer, Reinhold Gaisbauer, Ingo Brauer, Thomas Drexler und Stefan Neuberger.“ Für die Sicherheit der Gäste sorgten die Freiwillige Feuerwehr und die Bergwacht.
Dem konnte sich Franz Winter, auch im Namen von Sebastian Gruber, dem Präsident des Bayerischen Wald-Vereins, nur anschließen. „Ich bin überwältigt, wie viele den Weg herauf zu uns gefunden haben.“
Die Schachten und insbesondere das Schachtenhaus lägen dem Wald-Verein besonders am Herzen. „Für viele ist das der Ruheort überhaupt.“ Von Zeit zu Zeit soll es aber erlaubt sein, diese Stille zu
durchbrechen, sagte Eugen Stadler, der zweite Bürgermeister der Gemeinde Lindberg, wie eben bei diesem traditionellen Fest. Das Besondere dabei sei nicht nur der Aufenthalt am Haus selbst, sondern
bereits der Weg dorthin. „Mit jedem Meter, den man nach oben gelangt, lässt man das Leben im Tal zurück.“
Helmut Plenk, der stellvertretende Landrat von Regen, lobte besonders die tolle Zusammenarbeit zwischen dem Nationalpark und dem Wald-Verein und freute sich über die bunte gemischte Gästeschar. „Wenn
ich mich umhöre, sind nicht nur Besucher aus allen Nachbar-Landkreisen, sondern weit über die Region hinaus da - und natürlich auch Gäste aus Tschechien.“ Unter ihnen waren auch Pavel Hubený, der
Leiter des Nationalparks Šumava, und Prášilys Bürgermeister Josef Rade, die im Rahmen der Sternwanderung eine Gruppe auf die bayerische Seite begleitet hatten.
Fast entsteht das Bild in mir, dass sich alle Bäume des Bayerischen und des Böhmerwaldes gemeinsam im Wind derzeit etwas verneigen, vor dem großartigen Günther Hannes, der ein großer Freund unserer Landschaft war, ein HEIMAT-Freund, der über 18 Jahre seine ganze Kraft, Energie, seinen Ideenreichtum, seine Schaffensfreude investiert hat, um wiederum Freunde - auch im Bayerischen Wald-Verein - dafür zu gewinnen. Einheimische wie Touristen. Günther Hannes war ein Mensch, den man mit Ideen infizieren konnte. Was für erfolgreiche Aktionen hat er geplant und auch umgesetzt: aktive Mitgliederwerbung, Vereinsreform, Vorweihnacht im Woid, Ariensingen wieder beleben, Ukraine-Kindertag, Schachtenpflege, Erhaltung der Wanderwege, Pflege der Bayerischen Sprache, Waldheimat-Preis, um nur das Wichtigste zu nennen. Auch gegen Widerstände war Günther Hannes gewappnet, bahnte einen erfolgreichen Weg in ein positives, dennoch auch kritisches Verhältnis zum Nationalpark Bayerischer Wald. Umweltgedanken waren ihm nicht fremd, mit meiner Frau Elisabeth – oft ganz alleine - stürzte er sich in die Bekämpfung der nicht ansässigen Pflanzenarten. Die Vereinshefterl gestaltete er natürlich selbst am PC, in Farbe und guter Druckqualität - kämpfte erfolgreich gegen Druckereigenwilligkeiten, plante Programme und Vereinsreisen, stärkte die Kontakte zur Politik und zu anderen Vereinsoberen. Und natürlich sammelte er auch Spenden für die Kirche. Sein Arbeitsgerät war die Kamera, und so schoss er tausende von Fotos, die nun in irgendeiner Cloud liegen, und er mag vielleicht selbst auf der Wolke sitzen und sie im Nachhinein noch einmal anschauen. Immer hatte er ein Lachen, einen Wortwitz, ein Gschichterl, einen Tipp parat, auch ein wandelndes Waldlexikon war da unterwegs, mit Pflanzen, Pilz- und Vogel-Kenntnissen. Und der Blick und der Kontakt zum Nachbarn Tschechien lag ihm immer am Herzen.
In tiefer Trauer und großer Dankbarkeit nehmen wir Abschied von unserem Ehrenvorsitzenden, Günther Hannes, einem Wald-Vereins-Urgestein, der für immer von uns gegangen ist. Er war eine solch
prägende, starke, einsatzfreudige Persönlichkeit für die Region und den Verein, die Sektion Lindberg-Falkenstein, den er als Erster Vorsitzender mit unerschöpflichem Engagement, Mut, Tatkraft und
Geduld geleitet hat. Mit seinem Verständnis für neue Vereinsentwicklungen und die Möglichkeiten des Internets steigerte er die Mitgliederzahlen, auf über 500 und fast 200 000 Menschen haben
inzwischen die Website besucht. Heimatpflege, Förderung der Kultur, die gemeinsamen geselligen Vereinsrunden und den Schutz der Traditionen und der Heimat des Bayerischen Waldes lagen ihm am Herzen.
Touristen waren für ihn keine Fremden. Er wusste zu begeistern, er konnte fordern, aber eben, weil er selbst auch förderte und einlöste, notfalls auch ganz und gar alleine, wenn er von einer Sache
überzeugt war. Die Schachtenpflege und die Ruhebank-Aktionen gehen auf sein Konto. Ohne ihn wären die Schachtenwiesen zugewachsen, eine Aktion, die im Herbst viele Mitstreiter gefunden hat, dass fast
vergessen ist, wer sie dereinst ins Leben gerufen hat. Die Verleihung des Lindberger Waldheimat-Preises lag ihm ebenso am Herzen wie die Musikanten des Bayerischen Waldes. Im September 2025 wurde er
feierlich zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Kein Ruhekissen war das für ihn, er stand auch weiterhin mit Rat, Tat und Engagement dem Verein zur Seite. In Gedanken sind wir bei seiner Ehefrau Herta, ohne
deren tatkräftige Unterstützung er niemals das hätte leisten können, was er geleistet hat. Unser tief empfundenes Beileid. Und zu guter Letzt war Günter Hannes auch immer für einen frech-freudigen
Spruch gut. Und so rufen dir deine Vereinsfreunde, die dich sehr, sehr und für immer vermissen werden zu: „Hilfe, Rettung, Feuerwehr!“ Noch nie hat dieser Spruch von ihm so gut auf die jetzige
Situation gepasst. Günter, wir sagen Adieu. RIP!
Dabei entsteht in der Erinnerung ein seltsames Paradoxon, was der Autor früher lustig fand oder großartig, befremdet ihn heute, was abstoßend war, interessiert ihn nun.
Alexander Straßner
Das Wirtshaus der Straßners
Ständig erneuert der Trupp der Sektion die Sitzbänke, um neue Sichtweisen zu ermöglichen
Die Schwester des Tierforschers Brehm gab den Namen Thekla. Die Thekla-Lerche gehört zur Art der Lerchen und kommt neben Südwesteuropa auch in Nordafrika vor, auch im östlichen Afrika in Eritrea, Somalia, Nordkenia, Äthiopien. Die südwesteuropäischen Typen sind der Haubenlerche ähnlich, die Vogelvölker im Norden der Sahara sind typicherweise hell und sandfarben.
Der Hörfunktechniker Hans-Werner Neumann greift in seiner Freizeit gerne zur Kamera statt zum Studiomikrofon und fotografiert die Welt der Vögel. Dankenswerterweise erlaubt er dem Bayerischen Wald-Verein die Fotos hier ins Netz zu stellen. Wir ergänzen um einige Informationen und vielleicht findet das eine oder andere Mitglied den Vogel auch in der Natur. Bilder aus unserer Umwelt und Natur von unseren Vereinsmitgliedern veröffentlichen wir gerne.
Einfach mailen an Norbert Schreiber. Mailadresse: nlschreiber@t-online.de
c. Werner Neumann
Quelle https://www.nabu.de/
Aus der Bauernküche einfache und kulinarische Gerichte - gesammelt und notiert von den Frauen der Gemeinde Lindberg - Herausgeber: Arbeitskreis Kultur und Brauchtum im Arbeitskreis Landwirtschaft -Redaktion Gerti Menigat - Neuerscheinung ist jetzt zu bekommen bei der Gemeinde-Guten Appetit
Lindbergmühle. Zahlreiche Menschen aus der Ukraine, vor allem Frauen und Kinder, sind vor dem vor dem russischen Angriffskrieg aus ihrer Heimat geflohen. Auch im Landkreis Regen leben viele Flüchtlinge, die zwar jetzt in Sicherheit, aber zugleich oft in großer Sorge um Angehörigen sind. Die Kinder leiden am meisten, sie haben ihre Väter zurückgelassen und müssen in einem fremden Land zurechtkommen. Speziell ihnen wollte die Sektion Lindberg-Falkenstein des Wald-Vereins am vergangenen Wochenende eine Freude bereiten – und das ist gelungen.
Die Wald-Vereinler veranstalteten für die ukrainischen Mädchen und Buben einen Kindertag mit einem bunten Reigen an gemeinsamen Aktionen. Höhepunkt des Tages war das Schmücken und Aufstellen eines bayerisch-ukrainischen Maibaumes. Sogar die Bürgermeister aus Lindberg, Zwiesel und Regen unterstützten die Veranstaltung.
Norbert Schreiber aus Spiegelhütte engagiert sich, wie viele andere auch, in der Ukrainehilfe und kennt die Nöte der Familien. Er überlegte was er für die Kinder tun könnte, um sie ein bisschen aufzuheitern. Das Ergebnis war ein Kindertag mit einem abwechslungsreichen und fröhlichen Programm.
Dazu braucht es freilich viele Helfer, wie die Flüchtlingsbetreuerin Mariia Acanfora, die mit den Kommunen das Gespräch suchte und Einladungen über die Schulen regelte. Und natürlich brauchte es die Waldvereinssektion Lindberg-Falkenstein, die bei solchen Aktionen immer ein verlässlicher Partner ist.
Nach der Ankunft der Familien auf dem Vereinsgelände in Lindbergmühle durften die Kinder mit Jugendleiterin Sonja Steiner Traumfänger und Bilder mit Naturmaterialien basteln. Auch die Mütter beteiligten sich und alle hatten sichtlich Freude an ihren geschaffenen Arbeiten. Nachdem man sich Bratwurstsemmeln hatte schmecken lassen, war es an der Zeit, den Maibaum abzuholen.
Hermann Ganserer aus Oberlindbergmühle hatte den Baum gestiftet und transportierte ihn auch noch mit dem Bulldog zum Vereinshüttl. Begleitet wurde er von der Kindertanzgruppe des Heimatvereins
Lindberg und dem Musikerduo „Mich und Herm“. Die Kinder durften die Kränze und den Gipfel des Maibaums mit bunten Bändern und gemalten Schildern schmücken.
Bevor der Baum aufgestellt wurde, begrüßte Sektionsvorsitzender Günther Hannes neben den zahlreichen Gästen besonders den Lindberger Bürgermeister Gerd Lorenz und seinen Amtskollegen Karl-Heinz
Eppinger aus Zwiesel. Hannes dankte Mariia Acanfora, die übersetzte, und allen, die zum Gelingen des Tages beitrugen. Er erklärte den Gästen das Brauchtum des Maibaumaufstellens und meinte: „Unser
bayerisch-ukrainischer Maibaum soll für Frieden und Freiheit auf der ganzen Welt stehen. Die bunten Bänder zeigen die Vielfalt der Völker und den Wunsch, dass alle ohne Angst leben
können.“
Bürgermeister Gerd Lorenz hieß die Familien ebenfalls herzlich willkommen. Der Maibaum sei ein Zeichen für Freude und ein Willkommensgruß an den Frühling. „Mit dieser Veranstaltung soll den
ukrainischen Familien ein kleines Stück bayerischer Tradition vermittelt werden“, sagte Lorenz. Er dankte Günther Hannes und Norbert Schreiber sowie allen Unterstützern für diese tolle
Aktion.
„Wir haben die Veranstaltung gerne unterstützt, genauso wie die Kollegen aus Regen und Lindberg“, betonte Zwiesels Bürgermeister Karl-Heinz Eppinger. Es sei für den Frieden in Europa wichtig, dass
sich bayerische und ukrainische Kinder kennenlernen und miteinander spielen.
Danach tanzte die Kindertanzgruppe des Heimatvereins Lindberg und erhielt viel Beifall. Mit vereinten Kräften brachten die Männer den Maibaum schließlich in die Senkrechte, unterstützt von den beiden Bürgermeistern. Mit einem Elfmeterschießen sowie einem Lagerfeuer bei dem die Kinder Würstel am Steckerl grillten, ging der Nachmittag zu Ende. Bevor die Familien den Bus bestiegen, sangen die Kinder als Dank für den schönen Tag ukrainische Lieder aus ihrer Heimat.
Bericht: Gerti Menigat in der PNP