Bayerischer Wald-Verein Sektion Lindberg-Falkenstein
Bayerischer Wald-Verein Sektion Lindberg-Falkenstein

Weltschmerz und Lebensfreude - der Bayerwald-Blues

Von Norbert Schreiber
 
Wenn der Woidler den Bayerwaldblues hat, tief drinnen in seiner Seele, herrscht da dann ein etwas seltsames Gefühl zwischen sich elend fühlen und himmelhoch jauchzend vergnügt. 
Dann gibt es zwei Möglichkeiten, entweder der Bayerwoidler singt das Lied vom “Weltverdruss” und versinkt damit noch tiefer ins Elend der Welt oder, damit die Stimmung wieder besser wird, ertönt die Bayerwaldhymne “Der Woid is schee.” 
 
Variante 1 Elend
 
I hab koan Muater mehr,
und a koa Vater mehr,
koa Schwester, Bruader
und koan Freund.
Bin ein verlassnes Kind
so wi da AlmaWind,
i bin der Weltverdruss, 
so hams mi gnennt.”
 
Variante 2 Lebensfreude
 
Mir san vom Woid dahoam
Mia san vom Woid dahoam, des kennt a jeder glei,
wann 's von den Bergen hallt, do san ja mia dabei
und wo des Stutzerl knallt, do san ja mia um d' Weg,
mia san vom Woid dahoam, da Woid is schee.
 
 
Es ist immer ein Schwanken zwischen tief empfundener Melancholie, rasender Traurigkeit und lähmender Niedergeschlagenheit, wenn es um die ausgeprägteste Form geht. Dann klingt es so traurig wie wenn Amerikaner singen “I feel blue, oder besser I feel BLUES. 
 
In der Veriante “...is schee…” gehts dann “scherzend, lustig bewegt” “scherzando” oder stürmisch “forte” oder eben nur heiter “sereno” zu, wie es in der Musiksprache heißt. Diese Auf- und ab-der-Gefühlswelten, am ehemaligen Grenzzaun zwischen Ost und West gelebt, hat der Autor und Politikwissenschaftler Alexander Straßner lebensnah, auffallend ehrlich und offen, mit viel Humor auch melancholisch als eine einzige Liebeserklärung formuliert, die auf fast 300 Seiten nicht nur der Geschichte eines Gefühls und einer Kindheit nachspürt, sondern auch einen gesamten Landstrich im hintersten Winkel des Bayerischen Waldes, abgeschieden liegend aber paradiesisch porträtiert; von Feriengästen heimgesucht, die auf die Waldler treffen, die ihre “unverhandelbare Originalität”, also ihre spezielle Eigenart behalten haben.
 
Wenn sie diese Rezension lesen, lassen sie Vorsicht walten, denn ich bin der Nachbar von diesem Wirtshaus, von dieser Familie, und so könnte es durchaus sein, dass mein Blick von meinem Fenster aus auf das turbulente Leben dieser Kindheit von Alexander Straßner etwas subjektiv gefärbt ist. Ich bemühe mich aber auch um Ehrlichkeit, wie der Autor selbst.
 
Der Menschenschlag in dieser Landschaft, zwischen grün bewaldeten Bergen, harten Wintern in eisiger Abgeschiedenheit lässt in sich ein Lebensgefühl von Grant und Wurschtigkeit entstehen, die Menschen sind maulfaul, lassen auch das Boshafte raus, nennen ihre Gäste Fremde, leben innig verbunden mit der zuweilen brutalen Natur, die Gewitter erzeugen kann, dass einem wirklich angst und bange wird.
 
Die Waldler gehen gerne in die Pilze, sammeln stundenlang Waldfrüchte, verarbeiten sie zu Marmeladen und hegen ansonsten, trotz intensiver Naturverbundenheit, einen gewissen bayerischen Urgrant gegen alles ökologisch grün Gefärbte oder politisch von außen Aufgedrückte. Etwa Nationalparke! Der Woidler ist Freigeist.
 
Im einst verschlafenen Walddorf Spiegelhütte ist der Autor aufgewachsen, im direkten Schatten der zweithöchsten Erhebung des Bayerischen Waldes, des Großen Falkensteins. 
Nicht weit weg von der ehemaligen tschechischen Grenze erlebte Straßner eine Kindheit in einer turbulenten Touristenpension, die später zu einem allseits beliebten Wirtshaus wurde, in dem es legendäre bayerische Speisen gab, so zubereitet von der Mutter Anneliese Straßner, dass alle beim Zahlen sagten: “Mei woar des guat!” 
 
Das sollte als äußerster Ausdruck eines wohlgemeinten Kompliments heißen, dass da so gekonnt gekocht wurde, wie zu Uromas Zeiten.
 
Die Kehrseite der Medaille war, dass es einem Kind zwischen diesem Touristengschwerl, wie der Autor schreibt, oftmals befremdlich wurde, komisch vorkam oder auchabsolut schockierte. Zum Beispiel, wenn der Alkohol in Strömen fließt. Und geschnapselt wurde.

 Dabei entsteht in der Erinnerung ein seltsames Paradoxon, was der Autor früher lustig fand oder großartig, befremdet ihn heute, was abstoßend war, interessiert ihn nun.

 
So schreibt Straßner intensiv, klar, wortgewandt eine kleine Milieugeschichte der Woidler, die im Zwieseler Winkel in einem Waldmeer leben, in einem ehemaligen Glasmacherdorf, in der Nähe der „Jungmaierhütte“ und dem Hirschgehege “Scheuereck”. Dieses Buch gehört zur Memoir-Literatur: es sind schriftliche Lebenserinnerungen, in denen eine Person ihre Erlebnisse und Erfahrungen aus der Vergangenheit festhält für die Nachwelt.  
 
Das alles ist eine eigene Realität, ein ureigener Kosmos, ja sogar mit eigener Wetterlage, speziell nur über dem Himmel des Dorfes. Mal Sonnenschein über den Häusern und rundherum dunkle Gewitterwolken, oder umgekehrt. 
 
Mal schlägt der Blitz ein, Vater Mutter und Kind liegen am Boden, wundern sich über die Allmacht der Elektrizität, stehen wieder auf und mit einem Stamperl “Bärwurz” werden die strapazierten Nerven wieder zurechtgerückt.
 
Die Einheimischen wehren sich gegen die Einordnung, sie seien schlimmste Provinzlinge, und machen dem Touristen oft genug klar, dass er sich nach seinem Aufenthalt im Wald auch bald wieder schleichen soll, denn “Mir san mir” und “mir bleiben aa soo, so wie mir san.” Man könnte es als „konservativ” bezeichnen, andere nennen es “die fortschrittlichste Lebensart, die möglich ist…
 
“Man bekommt den Woidler zwar aus dem Wald, aber den Woid niemals aus dem Waldler.”
Straßner beschreibt diesen Menschentypus als einerseits geistreich, andererseits aber auch derb im Humor, von einer seltenen Hinterfotzigkeit, die Urgestalten sprechen eine bildreiche Sprache, die oft genug der Fremde nicht versteht, weil er eben der Fremde ist und bleibt, mit einem bunten Sammelsurium verbaler und meist lautetmalerischer Gemeinheiten konfrontiert, die das Gegenüber, der “Preiß” oftmals eher als Liebeserklärung missversteht, denn als handfeste Beleidigung.
 
Der Woidler ist nicht redselig, sondern eher maulfaul. Aber wenn nicht, dann immer direkt raus!
Wir schauen mit dem Autor gemeinsam in die heimische Küche, dort wo sich auch die bayerischen Fernsehköche sicher wohl gefühlt hätten, denn da gab es original einheimische Speisen nicht nach betriebswirtschaftlichen Kostenrechnungen gekocht. Die Straßnerin kochte “pi mal Daumen”, also alles frei Schnauze, aber stets erfolgreich, aber immer mit böhmischen Knödeln. Auch die Zwetschgen- oder Marillenknödel und die berühmten Buchteln mit Vanillisoße machten den durch Wanderungen oder Skifahrten abtrainierten Speck wieder zu einem Feedback Phänomen. Dann brachte es einen „Werner“, den Forsthaus-Stüberl-Geist.
 
Wenn ich irgendwem erklären musste, wo ich wohne, musste ich nur sagen, gegenüber der Straßnerin, woaßt schoo, die Schweinsbraten-Straßnerin. Das reichte.
 
Der Straßner war das Gegenteil von Gleichmut, der etwas leicht reizbar war, politisch gerne zum Streit aufrief, sensibel wie ein Erdbeben- Seismograph, von überschäumender Sentimentalität geprägt, geistreich argumentierend, aber zuweilen auch cholerisch oder mürrisch missgelaunt.
 
Das alles erzählt Sohn Straßner sehr, sehr offen und liebevoll. Der Autor macht das heimische Brauchtum fleißig mit: das “Wolfsauslassen”, das “Ratschen” und das “Christkind Einsingen”, und so wird nach und nach der Bayerische Wald ihm wirklich zum zu Hause, was der Autor aber erst in der Fremde für sich endgültig entdeckt. 
 
Als Politikwissenschaftler geht er an die Unis nach Passau, Regensburg, Wien und Zürich und spürt dort, dass das Dorf Spiegelhütte mit dem einfachen Leben und der Herzenswärme der Menschen dann doch seine wirkliche und endgültige Heimat ist.
 
So ganz nebenbei erzählt der Politikwissenschaftler, der mit dem Fan-Schal des VfB Stuttgart auch seine Fußballfreude zeigen kann, den inneren Betrieb der Verwaltungsakte in den Hochschulen, denn da geht es nicht nur um Forschung und Vorlesung, sondern vor allem um verschultes Lernen. 
Zwar empfindet der Autor die freie Einteilung der Arbeitszeit eines Professors, mit exzessiven Freiräumen und gutem Gehalt als etwas Schönes, aber er erzählt auch humorvoll, dass ihm die Gremiensitzungen eine Qual sind, dass die akademische Lehre manchmal keine Qualität mehr produzieren kann und die Studenten gerne Ihre Kreativität in die Erfindung von Ausreden investieren, wenn sie zu Vorlesungen nicht kommen oder ihre Hausarbeiten nicht rechtzeitig abgeben können oder wollen.
 
Man hört diesen Bayerwald Blues buchstäblich, wenn man Zeile um Zeile liest, und so kann ich dem Autor und allen Lesern nur bescheinigen, dass mit der Schließung dieses wunderbaren Wirtshauses, mit seinen Stammtischen, musikalischen Treffen, Erzählungen von Bayerwaldgeschichten, Witze-palaver-runden,  ein wirklicher, echter, wahrhafter Kulturverlust einhergeht, eben seit die Wirtshaustüren aus Altersgründen endgültig geschlossen wurden und auch, weil der Autor mit Familie und Kindern inzwischen eine neue größere Heimstatt brauchte.
 
So empfinde auch ich als pfälzischer Preuße, Nachbar und Freund der Familie den “Bayerwaldblues” genauso wie der Autor selbst, der nicht besser zusammengefasst werden kann als in zwei bayerischen Sprüchen, natürlich in Mundart: „Aus is und gor is, und schod iis, dass wohr iis“. Und „Des iis a bissl wia Sterbn!“ Da haben wir ihn wieder den “Waldverdruss”. Wird Zeit, dass wir anfangen zu singen: “Der Woid iss schee.”

Der Termin für die Buchvorstellung ist am 28. März um 18:00 Uhr. Schloß Buchenau Norbert Schreiber im Gespräch mit dem Autor

Alexander Straßner

Das Wirtshaus der Straßners

Die Fackelwanderung vom Waldverein - allseits beliebt

Immer Anfang Januar startet die Sektion-Lindberg-Falkenstein des Bayerischen Wald-Vereins eine Fackelwanderung durch die Gemeinde Lindberg. Mit anschließendem gemütlichen Beisammensein mit Musik in einem Lindberger Wirtshaus. Mehr als 30 Teilnehmer waren diesmal mit dabei.

Dichte Dichter - Der Rausch in der Literatur

Norbert Schreiber und Norbert Lewandowski lesen im Freilichtmuseum Finsterau

Das neue Programm für 2026

Download Halbjahresprogramm

Download Programm Jahredhauptversammlung

Das Programm der nächsten Jahreshauptversammlung

Vorweihnachtsfeiern in der Gemeinde Lindberg

Barbara-Feier bei den Freunden in Tschechien

Vorweihnacht im Woid 

Zauberhafte Vorweihnacht

 
Die Wald-Vereins-Sektion Lindberg-Falkenstein begeistert mit dem Adventsingen und –musizieren
 
Die Wald-Vereins-Sektion Lindberg-Falkenstein lädt seit 1989 im jährlichen Wechsel in die Pfarrkirchen von Lindberg und Ludwigsthal ein, um im Rahmen der „Vorweihnacht im Woid“ die Besucher in die Adventszeit hinein zu begleiten. Und es hat auch nicht ein bisschen von seinem Glanz verloren, denn das, was von den Musik- und Gesangsgruppen an diesem Sonntag-Abend an Qualität und Einfühlungsvermögen dargeboten wurde, sollte nicht leicht zu überbieten sein.
 
Viele der Besucher konnten sich der Gänsehaut nicht erwehren, als die Eisensteiner Weisenbläser vom Chor herab ihre Instrumente gefühlvoll ertönen ließen und damit die Vorweihnacht im Woid eingeläutet haben. 
 
Michael Graßl, Kulturreferent des Vereins, hat sechs hervorragende Musik- und Gesangsgruppen sowie Ossi Heindl für den heutigen Auftritt ermuntern können und ihnen einen geordneten Ablaufplan vorgegeben. Darin enthalten war auch ein Grußwort von Pfarrer Armin Riesinger. Wenngleich dieser jetzt noch gar nicht wissen konnte, wie intensiv sich die Interpreten heute ins Zeug legen würden, sprach er dennoch schon den Dank an alle aus, sind sie doch diejenigen, die auf die Ankunft Jesus Christus einstimmen werden. An alle: Eine friedvolle vorweihnachtliche Zeit!
 
Franz Winter, Vorsitzender des veranstaltenden Vereins, wünscht sich, dass sich die Menschen aus der übermäßigen Geschäftigkeit zurückziehen sollten und sich vielmehr für Frieden und Gemeinschaft einsetzen würden. Sein Dank richtet sich an die Organisatoren Michael Graßl und Kurt Hackl, die Wald-Vereins-Frauen für die Kirchen-Deko , Herta Hannes für die Gestaltung der Einrittsandenken, den Maßnerinnen Karin Tröger und Josefine Fischer für ihre tatkräftige Unterstützung, Herrn Pfarrer für die selbstlose Überlassung des Gotteshauses und seines Besuches sowie dem Publikum für sein Kommen und seine Spende zugunsten des Gotteshauses. 
 
Jetzt aber wird das Gotteshaus erschallen in Musik und Gesang. Die Eisensteiner Weisenbläser läuten den bunten Reigen ein, gefolgt vom Kirchenchor Lindberg, der unter Leitung von Gerhard Stich „Sieh, eine helle Stimme erklingt“ zum Besten gibt. Wohltuend kommen auch die nachfolgenden Lieder, auf der Orgel begleitet von Adrian Kreuzer, „Der Engel des Herrn“ sowie „Advent is a Leuchtn“, an. 
Die Auerer Hausmusi, besetzt mit Zither, 2x Hackbrett und Gitarre, glänzt heute mit „A staada Landla“, „Auf Weihnachtn zua“ und „`s Krippal im Woid“. Diese wunderschöne Musik wirkt entspannend und erleichternd auf den Zuhörer, wozu sicherlich auch die beiden Hackbretter, die heute aus der Mode zu kommen scheinen, beitragen. 
Drei Sängerinnen, begleitet von einem Akkordeonspieler, bilden den Rai-Gsang. Was heute den Kehlen dieser drei Damen entsprungen ist, wäre nicht mehr zu toppen, haben einige Zuhörer nach der Veranstaltung zum Verstehen gegeben. Wirklich, es war ein Ohrenschmaus! Die Titel ihrer Lieder: „A Liacht“, „Büabele“, „Maria, sei gegrüßt“ und „Adventsjodler“. 
Auch der Riesberg-4-Gsang, den der Graßl Mich kürzlich aus der Taufe gehoben hat, hat sich mächtig ins Zeug gelegt und zwar mit den Liedern „Iatz kimmt dö staade Zeit“, „Votramt und voschlofa“, „Ich wachte im Tal“ und dem „Adventsjodler“.
Was wäre wohl eine Vorweihnacht im Woid ohne dem Auftritt des Männergesangsvereins Zwieselau? Unvorstellbar! Diese gstandnen Mannsbilder sind von Anfang an dabei, und mit Fritz Maurer ist auch der Dirigent immer noch derselbe. Sie haben dem Publikum geschmeichelt mit „Stehts af, meine Buama“, „In Nacht und Dunkel“ und „Hört, es klingt vom Himmelszelt“.
 
Recht gespannt war das Publikum auf den Sprecher der Veranstaltung, bestens bekannt als erfolgreicher Krimi-Autor, Ossi Heindl. Da war alles enthalten, was an Gedanken zur Adventszeit weitergegeben werden konnte. Vieles davon aus eigener Feder. Und alles derart vorgetragen, dass er das Publikum völlig in seinen Bann gezogen hat. Er hat sich auch nicht davor gescheut, Unglaubliches als wahre Begebenheit hinzustellen und das Publikum in Heiterkeit zu versetzen. Nämlich, dass wir eigentlich vier Hl. Dreikönige hätten, wenn nicht der Vierte, ein Mann aus Böhmen, dessen Name nur von der dortigen Bevölkerung richtig ausgesprochen werden könnte, wegen der weiten Reise über die Alpen verspätet in der Nähe von Bethlehem, wo die anderen drei Könige schon sehnsüchtig auf ihn gewartet haben, eingetroffen ist. Die Rüge der wartenden Dreiergruppe hat ihn dermaßen verärgert, dass er das Weite gesucht hat und wir uns mit den Hl. Dreikönigen begnügen müssen. In seinen Abschlussworten, allerdings, da hat Ossi dem Publikum noch Hoffnung auf eine gute, friedvolle Zeit mit auf den Nachhauseweg geben können.
 
Jetzt aber, zum Schluss, da waren die zahlreichen Besucher gefordert, indem sie aus voller Brust und mit Unterstützung aller Musiker das Lied „Macht hoch die Tür“ gesungen haben und danach mit einem lang anhaltenden Applaus den Akteuren ihren Dank ausgedrückt haben.
 
gh, Günther Hannes

Wieder ein Erfolg - der Weihnachtsmarkt im Schloss Buchenau

Glühwein, Punsch und Weihnachtszauber - Schloss Buchenau lud ein

Von Norbert Schreiber/Roman Eder

Konnte gut sein, dass bei der Schlossweihnacht in Buchenau, der Nikolaus, der Krampus und das Christkind gleichzeitig zwischen den hohen Bäumen neugierig hervorlugen, weil die Attraktivität des Weihnachtsmarktes in Buchenau sich nicht nur auf der Erden, sondern auch schon im Himmel herumgesprochen haben soll. Es gab keine Augenzeugen. Die Stille, die vom Schnee verzauberte Parklandschaft, das Ruhigere, die märchenhaften Eindrücke standen in Buchenau im Mittelpunkt. Dazu das weiße Schloss hell erleuchtet, der Schein von hundert Kerzen schaffte eine heimelige Atmosphäre, Laternen und Lichtpyramiden, die glänzenden Glaskugeln und die vielen kleinen Feuer im Park locken die Besucher ins schneeverschneite Schloss.

Mitglieder des Förderkreises hatten zuvor  wieder unzählige Stunden in eine bezaubernde Dekoration mit Gestecken, Kränzen und im Kerzenlicht funkelnde Eisskulpturen investiert. Stimmungsvolle Musik kam auch in diesem Jahr wieder aus der Drehorgel von Raphael Dives. Da drehte auch der Schneewalzer eine Runde

Der Weg entlang der oberen Schlossmauer führte unter den verschneiten  hohen Bäumen mit ihren frostigen Zauberästen zu der von Susanne Zuda in großen, beleuchteten Bildern gestalteten Weihnachtsgeschichte und zum alten Bienenhaus, das an das Hexenhäuschen aus „Hänsel und Gretel“ erinnert. Am Übergang zu den Streuobstwiesen grüßte der wiedererrichtete, hell erleuchtete, historische Teepavillon die Besucher.
Im heimeligen Palmenhaus ging Sepp Krottenthaler seiner Arbeit als Holzschnitzer nach, und einige seiner Werke konnte man auch kaufen, auch selbstgestrickte Puppenfiguren, Weihnachtskarten, Schmuck und Winterbekleidung mit Naturmotiven erwerben. Alle Räume und der Außenbereich  waren stimmungsvoll weihnachtlich dekoriert, und Kinder konnten wieder gemeinsam mit der Familienmusik Krottenthaler altbekannte Weihnachtslieder anstimmen.

Auf den kulinarischen Aspekt der Schlossweihnacht legten die Mitglieder des Förderkreises erneut viel Wert, weil sie sich einerseits dem Vermächtnis der großen und populären Kochbuchautorin Erna Horn, die 40 Jahre lang hier gelebt und gearbeitet hat, verpflichtet fühlten und andererseits in der Wiederbelebung dieser Tradition auch die Zukunft von Schloss Buchenau liegt. So wurden bis auf die Bratwürste alle Speisen und Getränke in der Schlossküche selbst zubereitet. Und das Fleisch für die Würste stammte von den Schwäbisch-Hällischen Schweinen des Biohofes Scherm. 

Im Innenhof wurden an den zahlreichen Ständen traditionelle Schmankerl angeboten, wie man sie auf einem Adventsmarkt erwartet: Bratwürste, Stollen, Plätzchen, Punsch mit und ohne Alkohol, dazu Waffeln und Crepes mit verschiedenen Füllungen und eine deftige, kurz gewürzte ungarisch-scharfe  Gulaschsuppe aus einem Kessel über offenem Feuer in der Mitte des Platzes. Mit geschmackvollem Brot gereicht. 
Bei den Hütten an der alten Kegelbahn konnten die Besucher Wurstvariationen wie „Bosna“, „Regensburger mit allem“ und Krautsemmeln mit Bratwürsten genießen, aber auch Buchenauer Spezialitäten wie süß oder pikant gefüllte Kartoffelmaultaschen oder eine Maronisuppe. Dazu wurden - wie auch am Waffelstand im Innenhof - besondere Getränke-Spezialitäten angeboten. Und wer noch nicht genug Tassen im Schrank hatte, konnte gepunktete Keramik mit nach Hause tragen. Die Vorbereitung auf die Weihnachtszeit hat geklappt, die Feiertage können kommen. 

Fotos Regina Lämmel

Baumpflanz-Challenge - auch unsere Sektion ist mit dabei

Schachtenpflege - wieder erfolgreich

Fotos: Anette Nigl

Lindberg. Welche kulturelle Bedeutung die Perlen im Waldmeer nicht nur für die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald haben, sondern auch für die Bevölkerung, wurde jüngst beim Schachtenpflegetag deutlich, der vom Bayerischen Wald-Verein in Zusammenarbeit mit dem Schutzgebiet organisiert worden ist. An die 100 freiwilligen Helfer, Waldführer, Teilnehmer am Freiwilligen Ökologischen Jahr und Mitarbeiter des Nationalparks waren mit Freischneidern und Motorsägen im Einsatz, um die ehemaligen Waldweiden vom Bewuchs zu befreien und so wertvolle Lebensräume für seltene Arten zu erhalten.

Die Wochen zuvor war Tobias Windmaißer, im Nationalpark zuständig für Naturschutz, auf den Schachten unterwegs, hat markiert, welche Bäume gefällt werden müssen und welche nicht. „Alles darf nicht weg“, erklärt der Nationalparkmitarbeiter. „Wir denken auch an die Zukunft und wollen einigen Ahornen oder Buchen die Chance geben, wieder zu alten, dicken Schachtenbäumen heranzuwachsen.“

Dass das Zusammenspiel mit den Freiwilligen hervorragend funktioniert, davon konnte sich am Schachtenpflegetag auch Nationalparkleiterin Ursula Schuster ein Bild machen. Über die Jahre hinweg sind Traditionen entstanden, welche Gruppe an welchem Schachten arbeitet. So war die Bergwachtbereitschaft Zwiesel am Ruckowitzschachten im Einsatz, die Wald-Vereinssektionen Lindberg-Falkenstein und Passau am Albrechtschachten, die Sektion Mitterfels am Rindlschachten und die Sektion Regen am Jährlingsschachten. „Dieses Vorgehen hat sich bewährt“, sagt Ursula Schuster. „Man merkt, dass die Helfer richtige Experten sind, wenn es darum geht, welche Arbeiten auf ihrem Schachten zu erledigen sind und dass sie auch schon an das nächste Jahr denken.“

Ein Augenmerk lag heuer auf dem Albrechtschachten. Hier wurde neben der üblichen Pflege auch eine Zauntrasse freigeschnitten. „Wenn alles nach Plan verläuft, dann haben wir vor, unsere Rinder im kommenden Frühjahr hier weiden zu lassen, nachdem sie auf dem Ruckowitzschachten waren und bevor sie auf den Hochschachten kommen“, erklärt Tobias Windmaißer.

Doch nicht nur die schweißtreibende Arbeit stand an diesem Tag im Mittelpunkt. Im Anschluss waren alle Helferinnen und Helfer zum traditionellen Grillfest am Schachtenhaus eingeladen. Für Musik sorgten „De drei Oidn“ mit Knopfharmonie, Gitarre und Tuba. Die Mitglieder der Sektion Lindberg-Falkenstein waren für den Aufbau, den Grill und die Verteilung der Brotzeiten auf den einzelnen Schachten verantwortlich, die Sektion Regen kümmerte sich um Kaffee und Kuchen. Ursula Schuster nutzte die Gelegenheit, sich bei allen Freiwilligen für ihren Einsatz herzlich zu bedanken. „Ohne Sie alle könnten wir unsere Perlen im Waldmeer nicht erhalten. Es ist ein schönes Zusammenwirken, das wir hier einmal im Jahr erleben und es zeigt, dass wir eng zusammengewachsen sind und zusammengehören.“

Dem konnte sich auch Markus Kerner, geschäftsführender Vorsitzender des Bayerischen Wald-Vereins, anschließen. „Die Zusammenarbeit zwischen dem Nationalpark und dem Bayerischen Wald-Verein funktioniert seit Jahren sehr gut und ich habe den Eindruck, dass es immer besser wird.“ Es sei beeindruckend, was an dem Tag geleistet werden konnte. Lob für den Einsatz und für die Organisation gab es auch von Lukas Maier, Vorsitzender des Naturschutzbeirates des Wald-Vereins, und von Eugen Stadler, dem stellvertretenden Bürgermeister der Gemeinde Lindberg. Die Schachtenpflegeaktion sei nicht nur als Aufgabe in der Satzung des Wald-Vereins verankert, damit bewahre man auch die Identität des Vereins.

Nachdem der Schachtenpflegetag, der normalerweise am dritten Wochenende im September stattfindet, heuer aus terminlichen Gründen eine Woche vorverlegt werden musste, waren der Bürgerverein Buchenau und die Pfadfinder Viechtach entschuldigt. Die beiden Gruppen waren im vergangenen Jahr am Lindberger Schachten im Einsatz.

Pressemitteilung Nationalpark Bayerischer Wald

 

Günther Hannes wird als Ehrenvorsitzender geehrt - Viele Besucher beim Gartenfest

Quelle: Passauer Neue Presse Lokalredaktion ZWIESEL

Günther Hannes dankt und verspricht auch weiter Unterstützung für den Verein

Norbert Schreiber hielt die Laudatio auf Günther Hannes, der 28 Jahre den Verein führte

Ohne Assistenz geht es nicht

Literaturabend im Schloss Buchenau: Dichte Dichter

Mit 60 Besuchern ein voller Erfolg

Unsere musikalischen Talente - singe wem Gesang gegeben

BR-retro: Paul Friedl - der "Baumsteftenlenz" im Interview

Bank-"Geschäfte"

Ständig erneuert der Trupp der Sektion die Sitzbänke, um neue Sichtweisen zu ermöglichen

Maiandacht am Falkenstein - bei Kaiserwetter

Vogelkunde leicht gemacht: Die Grauammer

Der Hörfunktechniker Hans-Werner Neumann greift in seiner Freizeit gerne zur Kamera statt zum Studiomikrofon und fotografiert die Welt der Vögel. Dankenswerterweise erlaubt er dem Bayerischen Wald-Verein die Fotos hier ins Netz zu stellen. Wir ergänzen um einige Informationen und vielleicht findet das eine oder andere Mitglied den Vogel auch in der Natur. Bilder aus unserer Umwelt und Natur von unseren Vereinsmitgliedern veröffentlichen wir gerne.

Einfach mailen an Norbert Schreiber.   Mailadresse: nlschreiber@t-online.de

c. Werner Neumann

Die Grauammer wird bei uns leider immer seltener. Intensive Landwirtschaft und der Rückgang ihres Lebensraumes verdrängen sie immer mehr. Die Grauammer sieht eher unauffällig aus, ihren Gesang lässt sie dafür umso lauter aus exponierter Lage ertönen. Der graubraune Vogel treibt sich heimlich herum, über Brut- und Zugverhalten weiß man nach wie vor nicht allzu viel.

Quelle    https://www.nabu.de/

Die "Zauberer" beim Arbeitseinsatz

Wandern in fremden Revieren: Unterwegs an der Isar

 Isarauen und der Isarmündung waren unser Ziel. Eine wirklich interessante Tour, die sehr viel Spaß gemacht hat. Günther Maier, der unserer Sektion angehört und in Plattling wohnt, hat zusammen mit Max Straub die Wanderung ""über den Tellerrand" (sprich Bayerwald) hinaus organisiert. Dafür gebührt ihnen ein ganz herzlicher Dank.

Bestseller: Schon in der zweiten Auflage Rezepte aus Lindberg

Ein neuer Service hier: Einheimische Schmankerlrezepte zum Nachkochen

Aus der Bauernküche einfache und kulinarische Gerichte - gesammelt und notiert von den Frauen der Gemeinde Lindberg - Herausgeber: Arbeitskreis Kultur und Brauchtum im Arbeitskreis Landwirtschaft -Redaktion Gerti Menigat - Neuerscheinung ist jetzt zu bekommen bei der Gemeinde-Guten Appetit

Abschied von Günther Hannes - das Video

Ein Maibaum des Friedens

Waldvereinssektion Lindberg-Falkenstein richtete bayerisch-ukrainischen Kindertag aus

Lindbergmühle. Zahlreiche Menschen aus der Ukraine, vor allem Frauen und Kinder, sind vor dem vor dem russischen Angriffskrieg aus ihrer Heimat geflohen. Auch im Landkreis Regen leben viele Flüchtlinge, die zwar jetzt in Sicherheit, aber zugleich oft in großer Sorge um Angehörigen sind. Die Kinder leiden am meisten, sie haben ihre Väter zurückgelassen und müssen in einem fremden Land zurechtkommen. Speziell ihnen wollte die Sektion Lindberg-Falkenstein des Wald-Vereins am vergangenen Wochenende eine Freude bereiten – und das ist gelungen.  

Die Wald-Vereinler veranstalteten für die ukrainischen Mädchen und Buben einen Kindertag mit einem bunten Reigen an gemeinsamen Aktionen. Höhepunkt des Tages war das Schmücken und Aufstellen eines bayerisch-ukrainischen Maibaumes. Sogar die Bürgermeister aus Lindberg, Zwiesel und Regen unterstützten die Veranstaltung.

Norbert Schreiber aus Spiegelhütte engagiert sich, wie viele andere auch, in der Ukrainehilfe und kennt die Nöte der Familien. Er überlegte was er für die Kinder tun könnte, um sie ein bisschen aufzuheitern. Das Ergebnis war ein Kindertag mit einem abwechslungsreichen und fröhlichen Programm. 

Dazu braucht es freilich viele Helfer, wie die Flüchtlingsbetreuerin Mariia Acanfora, die mit den Kommunen das Gespräch suchte und Einladungen über die Schulen regelte. Und natürlich brauchte es die Waldvereinssektion Lindberg-Falkenstein, die bei solchen Aktionen immer ein verlässlicher Partner ist. 

Nach der Ankunft der Familien auf dem Vereinsgelände in Lindbergmühle durften die Kinder mit Jugendleiterin Sonja Steiner Traumfänger und Bilder mit Naturmaterialien basteln. Auch die Mütter beteiligten sich und alle hatten sichtlich Freude an ihren geschaffenen Arbeiten. Nachdem man sich Bratwurstsemmeln hatte schmecken lassen, war es an der Zeit, den Maibaum abzuholen. 

Hermann Ganserer aus Oberlindbergmühle hatte den Baum gestiftet und transportierte ihn auch noch mit dem Bulldog zum Vereinshüttl. Begleitet wurde er von der Kindertanzgruppe des Heimatvereins Lindberg und dem Musikerduo „Mich und Herm“. Die Kinder durften die Kränze und den Gipfel des Maibaums mit bunten Bändern und gemalten Schildern schmücken. 
Bevor der Baum aufgestellt wurde, begrüßte Sektionsvorsitzender Günther Hannes neben den zahlreichen Gästen besonders den Lindberger Bürgermeister Gerd Lorenz und seinen Amtskollegen Karl-Heinz Eppinger aus Zwiesel. Hannes dankte Mariia Acanfora, die übersetzte, und allen, die zum Gelingen des Tages beitrugen. Er erklärte den Gästen das Brauchtum des Maibaumaufstellens und meinte: „Unser bayerisch-ukrainischer Maibaum soll für Frieden und Freiheit auf der ganzen Welt stehen. Die bunten Bänder zeigen die Vielfalt der Völker und den Wunsch, dass alle ohne Angst leben können.“ 
Bürgermeister Gerd Lorenz hieß die Familien ebenfalls herzlich willkommen. Der Maibaum sei ein Zeichen für Freude und ein Willkommensgruß an den Frühling. „Mit dieser Veranstaltung soll den ukrainischen Familien ein kleines Stück bayerischer Tradition vermittelt werden“, sagte Lorenz. Er dankte Günther Hannes und Norbert Schreiber sowie allen Unterstützern für diese tolle Aktion. 
„Wir haben die Veranstaltung gerne unterstützt, genauso wie die Kollegen aus Regen und Lindberg“, betonte Zwiesels Bürgermeister Karl-Heinz Eppinger. Es sei für den Frieden in Europa wichtig, dass sich bayerische und ukrainische Kinder kennenlernen und miteinander spielen. 

Danach tanzte die Kindertanzgruppe des Heimatvereins Lindberg und erhielt viel Beifall. Mit vereinten Kräften brachten die Männer den Maibaum schließlich in die Senkrechte, unterstützt von den beiden Bürgermeistern. Mit einem Elfmeterschießen sowie einem Lagerfeuer bei dem die Kinder Würstel am Steckerl grillten, ging der Nachmittag zu Ende. Bevor die Familien den Bus bestiegen, sangen die Kinder als Dank für den schönen Tag ukrainische Lieder aus ihrer Heimat.

Bericht: Gerti Menigat in der PNP

Ukraine-Tag - Das Video - eine halbe Stunde Kinderspass - auch auf YOUTUBE

Was wir wollen...wer wir sind...und was tun Sie?

Die Besucher-Zählmaschine hat sich umgestellt - die 100 000 Besucher sind erreicht - nun zählt die Maschine von vorne die neuen Besucherzahlen

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