Bayerischer Wald-Verein Sektion Lindberg-Falkenstein
Bayerischer Wald-Verein Sektion Lindberg-Falkenstein

Wann endlich wieder "Habe die Ehre"?

Lindberg, im Dezember 2021


Liebes, verehrtes Mitglied im Bayer. Wald-Verein,


wann endlich werden wir dieser unseligen Pandemie Herr werden? Hoffentlich bald! Denn wiederum wird unser Verein in der Verfolgung vereinsbezogener Ziele, Aktivitäten und Aufgaben gehemmt, was dazu führt, dass wir Ihnen für das I. Quartal 2022 kein Veranstaltungs-Programm anbieten können. Wir werden allerdings, sobald eine Lockerung der Verhaltens-Regeln voraussehbar ist, ein Programm aufstellen und Ihnen sofort zur Verfügung stellen. Wir bitten Sie ganz fest um Ihr Verständnis und halten Sie Ihrem Verein die Treue. 


Diese Abwarterei –können oder dürfen wir?- hat in diesem Jahr sogar dazu geführt, dass wir Ihnen, verehrtes Mitglied, nicht einmal schöne Tage für das Weihnachtsfest wünschen konnten. Wir hoffen aber, dass Sie eine frohe, friedvolle Zeit  erleben durften.


Für das Neue Jahr 2022, da sind wir noch rechtzeitig dran, Ihnen wunderschöne, glückliche, von Gesundheit strotzende 365 Tage zu wünschen. Möge es uns allen vergönnt sein, recht oft Grüß Gott, servus oder „habe die Ehre“ zu sagen, wenn wir uns auf so mancher Veranstaltung treffen werden. Wir freuen uns schon fest auf musikalisch und gesanglich begleitete Unternehmungen. 


Leider sind uns im vergangenen Quartal gleich vier treue Mitglieder den Weg in die Ewigkeit vorausgegangen. Wir werden ihnen ein treues, dankbares Gedenken bewahren.


Bis bald und:
Bleiben Sie gesund!


Ihr Günther Hannes und die Vorstandschaft

 

Einen guten Rutsch ins Neujahr 2022 wünscht der Bayerische Wald-Verein

Nach den Weihnachtsfeiertagen machten sie sich wieder auf die Frauenauer Neujahrsbläser, um von Haus zu Haus zu ziehen und das Neue Jahr zu begrüssen. Nach dem Musikstück wechseln die besten Neujahrswünsche zwischen den musikalischen Gästen und den besuchten Hausbewohnern. Als Belohnung wechseln auch ein paar Geldscheine oder Münzen den Besitzer. Im Coronajahr herschen strenge Sitten. Die Musikanten durften zwar losziehen aber die Innenräume nicht betreten. Auch die Frage nach dem Impfstatus musste gestellt werden. Gegen ein Schnapserl als Warmmacher gab es keine Einwände. Übrigens in diesem Jahr haben die Frauenauer das 40te Jubiläum zu feiern. Die Gemeinden sagen Danke für die Musik und die guten Wünsche für 2022.

 

Hier finden Sie immer die neuesten Zahlen und Informationen zu                        DELTA und OMIKRON

Erinnerung: So kann Weihnachten auch sein 

Dampfeisenbahn im Böhmerwald - ein ARD-Film

Emerenz Meier - der Widerspruchsgeist aus dem Bayerischen Wald

 

Emerenz Meier

wurde 1874 als Tochter eines Land- und Gastwirts in Schiefweg bei Waldkirchen im Unteren Bayerischen Wald geboren. Aus wirtschaftlichen Gründen wanderte sie 1906 in die USA aus, wo sie 1928 in Chicago stirbt, ohne ihre Heimat je wiedergesehen zu haben.

Herausgegeben von Hans Göttler (Morsak Verlag)

Überarbeitete Ausgabe 2012 in zwei Bänden, jeder Band einzeln erhältlich.

Emerenz Meier, die Bayerwald-Dichterin, starb nicht in ihrer Heimat, sondern im fernen Chicago, ganz einsam. Dorthin war sie entflohen aus ihren engen, sie bedrückenden Familienverhältnissen und Heimat. Ihr lebenslanges Streben war, persönliche Unabhängigkeit zu erlangen und sich als freie, schreibende Dichterin selbst zu verwirklichen und eine Lebensgrundlage damit zu schaffen, wie der Herausgeber Hans Göttler im ersten Band ihrer Erzählungen im Vorwort schreibt.

 

Im Morsak-Verlag ist die zweibändige Ausgabe erschienen. Der Passauer Schriftsteller, der Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der Universität Passau lehrt, hat Erzählungen und Erzählfragmente, Gedichte, Briefe und sonstige Dokumente veröffentlicht. Ihre kritische und ablehnende Haltung gegenüber autoritären Phänomenen in Staat, Politik, Gesellschaft, Kirche und Familienstrukturen liefen ihrer persönlichen freiheitlich geprägten Haltung total zuwider. Ihr Verständnis war das eines freien Menschentums. Ihr Leben wurde in Theaterstücken und Filmen festgehalten – ein lebendiger Widerspruchsgeist wird darin deutlich, der auch im Museum EMERENZ-STUBEN eine fundierte Dokumentation gefunden hat. Gleich, ob es sich um Kritik an der Kirche und ihrer Tradition, um die kapitalistischen Wirtschaftsweisen oder die Pädagogen handelt.

„Den ganzen Katholizismus soll milionenmal der Teufel holen“

„Und in Fabriken schwitzt die Menschenbrut. Es saugt das Kapital ihr rotes Blut.“

„Ich könnte den Malefiz Schulmeister, den tödlichen grad erdrosseln.“

 

(Siehe Bilderfolge)

Hans Göttler (HG) Emerenz Meier
Gesammelte Werke
Band I  Erzählungen Erzählfragmente
Morsak Verlag Grafenau 

Elementares: Flüsse im bayerischen Wald - ein Buch aus dem Lichtung-Verlag

Flüsse. Ein lichtung-Lesebuch

Hrsg. von Kristina Pöschl und Eva Bauernfeind

edition lichtung 2021, 192 S., 20 Euro, ISBN 978-3-941306-40-4

 

Flüsse begleiten uns ein Leben lang. Die Texte in diesem Lesebuch erzählen Geschichten rund um Flüsse in Südostbayern. Flüsse können ein Kraftquell oder eine Bedrohung sein, sie wecken Erinnerungen an die Kindheit, sind Tröster und Ruheoasen. Sie schaffen Verbindungen zu fernen Ländern, laden zum Wandern und zum Wassersport ein, sie sind der Grundstoff für Kunst, Literatur und Musik.

mit Texten von:

Rosa Maria Bächer, Günther Bauernfeind, Friedrich Brandl, Barbara Dorsch, Eva Maria Fischer, Anna Glockshuber, Hans Göttler, Fred Haller, Anton Halser, Hans Haslsteiner, Eckhard Henscheid, Helmut Hoehn, Marianne Hofmann, Anke Humpeneder-Graf, Karl Krieg, Barbara Krohn, Joachim Linke, Karl-Heinz Paulus, Claudia Pichler, Sabine Rädisch, Gertrud Royer, Roland Scheerer, Stefan Schober, Arthur Schnabl, Florian Sendtner, Wolfgang Sréter, Siegfried Völlger, Alfred Wolfsteiner

Das Lesebuch „Flüsse“ lädt dazu ein, sich auf eine kleine Reise zu begeben. Die Autorinnen und Autoren führen mit ihren Gedichten und Geschichten an Flüsse in Südostbayern.

An Flüssen halten wir Menschen uns besonders gerne auf. Das Wasser fasziniert uns, schon in der Kindheit. Erinnerungen tauchen auf: an paradiesische Kindheitstage, an Fische und Muscheln, Sandbänke und Uferverstecke. An Flüssen sind wir aber auch als Erwachsene noch gerne. Heute dienen sie der Erholung, sie sind Freizeitoasen und Orte der Entspannung. Wir wandern an Flüssen entlang oder erkunden die Landschaft vom Wasser aus, in Booten und Kanus, auf Stand-up-Boards.

Flüsse können aber auch furchterregend sein. Bei Hochwasser zeigt sich die Gewalt der Natur. Das Wasser zerstört Wohnungen, nimmt Liebgewonnenes einfach mit. Der Mensch reagiert kämpferisch auf diese Ohnmacht, er versucht, den Flüssen ihren Lauf vorzuschreiben, sie zu bändigen.

Gerne betrachten wir den Fluss als Sinnbild des menschlichen Lebens. Wie Flüsse sind wir unterwegs von der Quelle bis zur Mündung, wir speisen uns aus verschiedenen Seitenarmen, sind Teil eines großen Kreislaufs. Alles fließt, nichts bleibt, wie es ist. Das ist für uns Menschen eine erschreckende und zugleich tröstende Tatsache.

Auf ganz unterschiedliche Weise nähern sich die Autorinnen und Autoren in diesem Buch dem Thema „Flüsse“. Die Leser können sich überraschen lassen, an welche Flüsse, auf welche Wasser sie geführt werden. Sie dürfen sich einlassen auf literarische Spaziergänge, sich treiben lassen durch das Buch, an manchen Ufern vielleicht länger verweilen. (Verlagsinformation Lichtung Verlag)

Ausgezeichnet durch die Verlagsprämie des Freistaats Bayern 2020.

Unerklärliches, Spukgeschichten, Rätselhaftes

Rätselhafte Erzählungen von Siegfried von Vegesack und anderen Geschichtensammlern

Band 8 der Reihe „Weißensteiner Miniaturen“

Hrsg. vom Förderverein Weißensteiner Burgkasten „Rettet das fressende Haus“, 2021, 176 S., 14,95 Euro, ISBN 978-3-941306-45-5

Zu jeder Burg gehören Spukgeschichten. So ist es auch bei der Burg Weißenstein, in deren Turm der Schriftsteller Siegfried von Vegesack lebte. In diesem Band stellt Karl-Heinz Reimeier Sagen rund um die Burg vor und untersucht Unerklärliches im Werk von Vegesack. Außerdem wirft er einen Blick auf die Sagenwelt des Baltikums. Besonders geht er auf die „Weihrazgeschichten“ und andere Geistergeschichten aus dem bayerisch-böhmischen Grenzgebiet ein. Preis  14,95 €

Zum Saison-Abschluss rauf auf den Hausberg

 

Am traumhaft schönen Herbsttag des 30.10. konnte sich eine kleine Wandergruppe der Waldvereinssektion Lindberg Falkenstein zusammenfinden und den herrlichen Pfad zum Gipfel des Hausberges gemeinsam erklimmen, um dort den Jahresabschluss gebührend zu feiern. Oben eingekehrt, wurde man mehr als ausreichend durch zünftige Unterhaltung und leckerem Speiß und Trank für die vorherigen Strapazen belohnt. Ein mehr als gelungener Tag mit vielen Erlebnissen, die in Erinnerung bleiben werden.

Schachtenpflege 2021

Grandiose Schachtenpflege-Aktion

Der Bayer. Wald-Verein und die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald haben eingeladen, doch niemand hätte glauben wollen, dass sich trotz miserabler Wetterprognose gleich 78 Frauen und Männer einfinden sollten, um den Schachten, ehemaligen Weideflächen im Bayerischen Wald, ihr charakteristisches Aussehen zu sichern. Dabei war die Wald-Vereins-Sektion Regen noch gar nicht dabei, waren  doch einige davon auf ihrer traditionellen Rad-Wallfahrt nach Maria Plain unterwegs. Sie werden voraussichtlich 14 Tage später am Jährlingschachten im Einsatz sein. 

Bereits um 8:00 Uhr in der Früh sind sie da in Scheuereck bei Lindberg, die Idealisten; sie sind u. a. angereist aus den Räumen um Passau bis hinauf nach Bogen oder im Westen aus Plattling. Aber auch viele Einheimische aus dem Zwieseler Winkel sind gekommen und folgen jetzt der Einweisung durch Jochen Linner, dem Naturschutzreferenten des Nationalparks. Der Lindberger Bürgermeister Gerd Lorenz stellt die Bedeutung des Kulturgutes Schachten für seine Gemeinde heraus und ist voll des Lobes für den Einsatz der Helfer. 

Im Nu sind Fahrgemeinschaften gebildet. Es geht hinauf auf den Albrechtschachten. Die Sektion Lindberg-Falkenstein übernimmt unter Anleitung des Nationalpark-Forstfachmannes Helmut Hackl den unteren Schachtenteil, Georg Jungwirth weist alle anderen am oberen Teil ein. Jetzt beginnt ein reges Treiben, bei dem unerwünschter Jungwuchs, bestehend aus Ebereschen, Fichten, Buchen u. s. w., per Astschere oder Freischneider entfernt werden. Auch die Heidelbeere, die sich in den letzten Jahren übermäßig ausgebreitet hat, wird streifenweise entfernt, damit sich Borstgras und andere einst eingesessene Pflänzchen wieder ansiedeln können. Das Schnittgut wird meist mit der Heugabel aufgenommen und an den Waldrand verfrachtet, wo es als Unterschlupf für so manches Waldgetier dienen kann. Auch die Motorsäge muss angeworfen werden, um größere Fichten und überständige Buchen zu fällen, die das charakteristische Schachtenbild beeinträchtigen. 

Am unteren Teil des Ruckowitzschachtens weiden die Rinder, im oberen Bereich ist die Bergwachtbereitschaft Zwiesel im Einsatz. Trotz weiterer Verpflichtungen an diesem Tag konnten von Blacky und Richard dennoch 11 Kräfte mobilisiert werden, die sich auf dieser großen Schachtenfläche abrackern mussten. Die gute Laune, die sie ausstrahlen, verrät nichts von der harten Arbeit. 

Den weitesten Anreiseweg haben die Recken von der Wald-Vereins-Sektion Mitterfels zu bewältigen; eine gute Stunde sind sie auf der Straße unterwegs. Sie haben die Patenschaft über den Rindlschachten übernommen und sind heute mit 17 arbeitswilligen Kräften da. Diese werden auch dringend gebraucht, gilt diese Fläche auch als diejenige, auf der die störenden Pflanzen  vital wachsen und sich schnell ausbreiten. Der Transport des Schnittgutes wird durch den Bewuchs mit dichtem, hüfthohem Heidelbeergebüsch wesentlich erschwert, was den schweißgebadeten, schnaufenden Abtransporteuren anzusehen ist.

Den Blick in die Richtung des Rachel gerichtet, weiß man, dass am Lindberg-Schachten die Bürgergemeinschaft Buchenau zu Werke geht. Weil der Abtransport der größeren Baumteile per Hand nur aufwändig durchzuführen war, haben sie sich auf ein kleines, geländegängiges Transportmittel besonnen und dadurch viel Zeit und Kraft eingespart. Aber auch hier mussten kleinere Bäumchen ausgezwickt und Heidelbeersträucher geschnitten werden. 

Die Wald-Vereins-Sektion Lindberg-Falkenstein hatte die ganztägige Organisation der Verpflegung inne. Am Vormittag muss die Brotzeit auf den Schachten eintreffen, und für den frühen Nachmittag stand das Abschluss-Essen auf dem Programm. All die Jahre vorher haben sich dazu die Einsatzkräfte am Schachtenhaus zusammengefunden. Coronabedingt sollte aber in diesem Jahr der Abschluss am jeweiligen Schachten stattfinden. Dazu haben die Lindberger Tische und Bänke aufgestellt, Geschirr und Besteck ausgebreitet, um den warmen Leberkäs mit Kartoffelsalat zu servieren. Viel Applaus gab es auf jedem Schachten, als kundgetan wurde, dass der Leberkäs bis Mittag einzig und allein für die Schachtenpfleger  im Holzbackofen der Lindberger Metzgerei Schreder zubereitet und von dieser zugleich auch noch gesponsert wurde. Überhaupt sind die Rückmeldungen voll des Lobes sowohl über die Gastfreundschaft wie auch die Wertschätzung, die ihnen von den  Lindbergern entgegen gebracht wurde. Der Dank richtet sich aber auch an die Nationalparkverwaltung, die, angeführt von Jochen Linner, sowohl personell wie auch finanziell maßgeblich am Erfolg der Aktion beteiligt ist. Dass sich auch noch der Bürgermeister die Zeit genommen hat, um auf jedem Schachten den Dank der Gemeinde auszusprechen, hat einem sonnigen, erfolgreich verlaufenen Tag schier die Krone aufgesetzt.

Günther Hannes

Waidler-Rezepte aus dem Ohetaler Verlag

Waidler Rezepte - Die Küche des Bayerischen Waldes

von Max Probst

 

Das Buch beinhaltet die für den Bayerischen Wald typischen Rezepte:

Herzhafte Mehlspeisen, wie Rohrnudeln, Sterz, Hirtastecka oder Strizl

Deftiges wie Schweinebraten, Geselchtes oder verschiedene Pilzgerichte

- Ansatzschnäpse wie Blutwurz oder Schlehenlikör

- Alte regionale Heilmittel aus der heimischen Natur und vieles mehr…

 

Selber anbauen, selbst erzeugen, selbst sammeln und kochen. Was die wilde Natur des Bayerischen Waldes anbot, wurde zuhause auf den Tisch gebracht. Auch Heilmittel aus den Kräutern wurden gewonnen. Fleischgerichte waren wegen der Armut eine Seltenheit. Dennoch sind liebevoll zubereitete Waldler-gerichte eine Köstlichkeit, seien es nun Suppen, Mehlspeisen oder Fleischbraten. Ob Bier- und Brotsuppe, Hirgstsuppe oder Breznknödel, Semmelstriezel, Reibezeltl oder beschwipste Apfelküchel, Kesselfleisch oder Fleischulz, Rehragout oder warmes Geselchtes, die Küche des Bayerischen Waldes findet sich wieder in dem schön gestalteten Bayerwald-Kochbuch des Ohetaler Verlages.Ein kleines Präsdent für den Weihnachts-Gabentisch, schon in der zweiten Auflage erschienen                                             Nur 9.90 Euro

Wanderungen

Vogelkunde

Foto: Hans-Werner Neumann (c.)

Der Hörfunktechniker Hans-Werner Neumann greift in seiner Freizeit gerne zur Kamera statt zum Studiomikrofon und fotografiert die Welt der Vögel. Dankenswerterweise erlaubt er dem Bayerischen Wald-Verein die Fotos hier ins Netz zu stellen. Wir ergänzen um einige Informationen und vielleicht findet das eine oder andere Mitglied den Vogel auch in der Natur. Bilder aus unserer Umwelt und Natur von unseren Vereinsmitgliedern veröffentlichen wir gerne. Einfach mailen an Norbert Schreiber. Mailadresse: nlschreiber@t-online.de

Der Star ein STAR!

Der Star (Sturnus vulgaris) ist eng mit unserem Leben verbunden – sowohl in der Vergangenheit als auch heute noch. Schon sein wissenschaftlicher Namensteil vulgaris verrät, dass er ein weit verbreiteter, als gewöhnlich eingestufter und alles andere als seltener Vogel ist. Tatsächlich ist der dunkel gefiederte, mittelgroße Star erst bei genauerem Hinsehen eine wahre Attraktion. Zur Brutzeit schillert sein Federkleid in verschiedenen Nuancen. Im Spätsommer kündigen die großen, spektakulären Starenschwärme den nahenden Herbst und baldigen Vogelzug an. Er ist uns vertraut aus den Parks und Gärten, wenn er auf Nahrungssuche über den Rasen flitzt oder sich am Kirschbaum gütlich tut. Wo der Star sein Zuhause hat, belustigt er uns mit seinem „schrägen“ Gesang.

Aussehen und Stimme
Im Sommer ist das Gefieder des Stars mit einem regelrechten Perlmuster überzogen. Im Laufe des Herbstes und Winters verschwinden die weißen Punkte. Den Vogel des Jahres am Gesang zu erkennen, ist schwierig, da er gerne in andere Rollen schlüpft und Geräusche nachahmt. Mehr →
Manche Stare sind monogam, andere wechseln dagegen ihre Partner. Die meisten brüten zweimal im Jahr, vor allem wenn die erste Brut nicht erfolgreich war. Stare sind gesellig und tippeln gerne gemeinsam über Wiesen, wo sie Regenwürmer und Bodeninsekten suchen.


Die Schwarmbildung von Staren ist ein einzigartiges Naturschauspiel, mit dem kaum eine andere Vogelart aufwarten kann. Schon im frühen Sommer bilden sich direkt nach der ersten Brutzeit Trupps aus Jungvögeln und unverpaarten Staren. Je näher der Herbst rückt, desto größer werden die Schwärme.
Der ursprüngliche Lebensraum unserer Stare befand sich in Randlagen von Laubwäldern. Heute besiedeln sie viele Gebiete, die vom Menschen landwirtschaftlich genutzt werden. Doch brüten aktuell etwa zwei Millionen Staren-Paare weniger in Deutschland als noch vor zwanzig Jahren. Mehr 


Nahrung des Stars
Im Frühling gibt es Kleintiere wie Regenwürmer, Spinnen, oder Schnecken. Im Sommer frisst der Star gerne verschiedene Früchte und Beeren, aber auch Samen stehen auf dem Speiseplan. Gern befreien Stare auch Weidetiere von Fliegen oder Zecken.

 

Nostalgie - Wie's früher war ... So wird's nie wieder sein

RETRO Bayerischer Rundfunk zeigt Nostalgie-Filme in seiner Mediathek      

Mit einer neuen RETRO-Serie öffnet die Mediathek des Bayerischen Rundfunks die Fernseharchive des Senders. Der Bayerische Wald-Verein Sektion Lindberg-Falkenstein macht sich auf Spurensuche und veröffentlicht Fundsachen aus dem Bayerischen Wald auf seiner Website www.waldverein-lindberg.de
 

BR retro: Die Wolfauslasser von Lindberg

Der Brauch hat sich bis heute erhalten im Bayerischen Wald: Das Wolfaustreiben am Ende des Weidejahres. In seiner Reihe retro zeigt der Bayerische Rundfunk die Lindberger Wolfauslasser. Der Brauch stammt aus einer Zeit, als noch Wölfe und Bären den Bayerischen Wald bevölkerten. Den Kühen wurden Glocken umgehängt, und die Hirten schnalzten beim Kuhabtrieb mit Geißeln in die Luft. Ein lauter Knall ist dann zu vernehmen.

Die neue Mannschaft vom Wald-Verein Sektion Lindberg Falkenstein voll Tatendrang

Von links, vorne: Lieselotte Brandl, Sonja Steiner, Hermann Ganserer

Hinten: Klaus Winterrot, Eugen Stadler, Roland Baumann, Max Straub, Pattrick Hackl, Daniel Weininger,

Tobias Schreder, Josef Ebner, Alois Däuschinger, Günther Hannes

Nach den Neuwahlen auf der Generalversammlung, am 15. August, und der Ausschuss-Sitzung, 24. August, verfügt die Sektion über eine homogene, von Tatendrang durchdrungene Vorstandschaft, die den Verein mit Leben erfüllen und die Ziele des Bayer. Wald-Vereins mit Nachdruck ansteuern wird.

Die Vorstandschaft


1. Vorsitzender: Günther Hannes, Zwieselauer Str. 7, 94227 Lindberg 09922 6473

2. Vorsitzender: Tobias Schreder, Kramaer-Str. 5, 94227 Lindberg 0151 4122457

Schatzmeister: Patrick Hackl, Reifberg 60, 94258 Frauenau 0171 4769525

Mitgliederverwaltung: Max Straub, Bergstraße 5, 94227 Zwiesel 09922 3654

Schriftführer: Daniel Weininger, Steinriegl 15, 94227 Zwiesel 0160 91356191

Kulturreferent: Wird später eingesetzt

Wanderführerin: Lieselotte Brandl, Bürgerholzring 17, 94209 Regen 0175 7629977

Jugendwart: Sonja Steiner, Oberlindbergmühle 5, 94227 Lindberg 0151 700177770

Naturschutzwart: Alois Däuschinger, Am Talübergang 3, 94227 Zwiesel 0175 5049858

Beisitzer: Josef Ebner, Lindbergmühle 25, 94227 Lindberg 0171 6972613

Hermann Ganserer, Oberlindbergmühle, 94227 Lindberg 09922 802336

Klaus Winterrot, Baderinn 11, 94227 Zwiesel 0171 6132885

1. Kassenprüfer: Eugen Stadler, Schleicher 1, 94227 Lindberg 09922 3054

2. Kassenprüfer: Roland Baumann, Stadtplatz 15/17, 94227 Zwiesel 0160 6655246

  

Ein Hoch auf den Ari`n-Gsang - So singt's und klingt's im Bayerischen Wald

Lindberg / Gr. Arber
Die Ari, auch als Urtyp waldlerischen Singens bezeichnet, stand am Sonntag im Mittelpunkt des Geschehens beim „Ari`ntag auf dem Arber“. Gleich drei Veranstalter zeichnen für den hohen Stellenwert dieser Veranstaltung: Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege e. V. Volksmusikstelle für Niederbayern und Oberpfalz, der Volksmusikverein im Landkreis Regen und die Sektion Lindberg-Falkenstein im Bayer. Wald-Verein. Das Ziel ist, der Ari viele aktive Anhänger zu mobilisieren und sie als gedeihliches Kulturgut an die kommenden Generationen weiterzugeben. 

Eine große Schar von etwa 70 Sängern und Musikanten, die sich in der Eisensteiner Hütte versammelt haben, konnte Franz Schötz, Vorsitzender des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege, begrüßen. Sie kommen nicht, wie man landläufig annehmen könnte, nur aus dem Bayerischen Wald, sondern großenteils von weit her, aus ganz Niederbayern, der Oberpfalz und sogar weiten Teilen Oberbayerns. Sie gehören Musik- und Gesangsgruppen an, die meisten davon sind aber nur aus Freude am Singen auf den Arber gekommen. 

Vor dem gemeinsamen Singen und Musizieren geht Schötz auf die Ari selbst ein, indem er die Geschichte bemüht und Definitionen dazu ab 1619 (Pretorius) liefert. Heute sehen wir die Ari als Gegenstück zur oberbayerisch-österreichischen Weis und zum älplerischen Jodler. Sie kann instrumental geblasen oder gestrichen, 2-, 3- oder 4-stimmig vorgetragen werden. Beim Gesang spielt der Text eine eher untergeordnete Rolle, sie ist ein mehrstimmiges Klangerlebnis, koa Liad und koa Tanz. Wenn jemand sagt: „Der hat koa Ari net“, dann meint dieser nichts anderes, als dass dieser kein Musikgehör hat oder einfach nicht singen kann. 

Franz Schötz fügt mehrere Tondokumente von älteren Aufnahmen verschiedener ehemaliger Gesangs- und Musikgruppen in seinen Vortrag ein, um auf die Besonderheit so mancher Ari einzugehen. Die Lindberger Woid-Ariensänger sind zur Stelle und können stimmgewaltig aufzeigen, wie so manch vorgespielte Ari, vierstimmig gesungen, heute klingt. Und jetzt geht`s an Eingemachte.

Zehn Bläser, angeführt von Sepp Roider, packen jetzt ihre Instrumente ein und marschieren hinauf zur Zwieseler Hütte, wo sie heute ganz besondere Ari`n einüben werden, wie die „Wiesbauern Ari“, „Verlassn bin i“, die „Sattler-Ari“ und andere. Sie werden sich ob der anheimelnden Atmosphäre der Hütte und der angenehmen Betreuung durch das TV-Mitglied Johanna Unnasch heute pudelwohl fühlen. Sepp Roider: „Auch die Bläser haben es mir heute leicht gemacht; sie sind allesamt großartige Musiker!“ 

In der Eisensteiner Hütte wird gesungen. Als Vorlage dient eine Singblattsammlung, zusammengestellt von Ingrid Hupf, Roland Pongratz und Franz Schötz. Darin aufgeführt sind die Wiesbauern-Ari, die Bauern-, De oide Lindbergerin-, Lindberger Dorf-, Konzeller-, Plattenstoaner-, Stoariegl-, Stallwanger-, Waldhirta-Ari und S Vogerl am Kerschbaam, wovon einige mit recht lustigen Texten aufwarten. Können alle aufgeführten Ari`n heute gelernt und eingeübt werden? Kein Problem, denn hochkarätige Lehrerinnen, Simone Lautenschlager aus München und unsere unermüdlich in Sachen Volksmusik agierende Ingrid Hupf, die des Öfteren auch ein aufheiterndes Geschichtlein in ihr Publikum zu schicken weiß, tragen unangefochtene Kompetenz für diese Aufgabe. Auch Franz Schötz selbst bietet sich gerne an und studiert mit den Sängern so manche Ari ein. Alle drei haben eine fröhliche Ausstrahlung inne, die schon mit dem ersten Lied auf das Publikum überspringt. So werden wirklich alle „mitgebrachten“ Ari`n gelernt und teils 3- bis 4-stimmig gesungen und so manche gar trischneidig in der Tonhöhe gesteigert. Die Freude ob des wundervollen Gelingens steht allen ins Gesicht geschrieben. 

Gestärkt durch das deftige Mittagessen auf der Eisensteiner Hütte geht`s nun hinauf zur Zwieseler Hütte. Immer wieder wird ein Halt eingelegt, um die grandiose Aussicht auf den Bayerwald zu genießen. Der Blick wandert hinunter ins Eisensteiner Tal, hinüber zum Falkenstein und den Rachel. Vorbei an der Arber-Kapelle ist das Ziel bald erreicht. Da thront sie nun, auf dem steilen Hang unterm Arbergipfel, die Bodenmaiser Mulde schier beherrschend, das markante Felsengebilde mit dem Richard-Wagner-Kopf westlich davon zum Greifen nahe, die Zwieseler Hütte. Gerade hier, in ihrem Umgriff, soll das große Finale über die Bühne gehen. 

Es ist zwar wenig Platz geboten hier droben für die vielen Akteure, dennoch hat jeder schnell eine sichere Position gefunden. Und schon ist die Welt um den Arber erfüllt von den Klängen aus zehn Blasinstrumenten und den vielen Kehlen der Sänger. Voller Leidenschaft werden die gelernten Melodien hinaus posaunt in die bayerisch-böhmische Bergwelt. Wanderer, angelockt von den unvermuteten Klängen hier droben, stimmen mit ein und schwärmen von einem zufällig glücklichen Erlebnis. 

Auch wenn die Begeisterung noch lange angehalten hätte, war der Zeitpunkt doch gekommen, um voneinander Abschied zu nehmen. Franz Schötz bedankt sich ganz herzlich für die Unterstützung durch die Wald-Vereins-Sektion Lindberg-Falkenstein, beim Volksmusikverein im Landkreis Regen, vertreten durch Hans Pongratz (Sohn Roland war verhindert), vor allem aber bei den herzerfrischend auftretenden Musiklehrern Simone Lautenschlager, Ingrid Hupf und Sepp Roider wie auch bei den Lindberger Woid-Ariensängern. Ein besonderes Dankeschön lässt er Thomas Liebl und der Hohenzoller`schen Bergbahngesellschaft zukommen, ohne deren großzügige Unterstützung diese Veranstaltung kaum möglich zu machen wäre. Danke für die unentgeltliche Überlassung der Hütte und die angenehme Betreuung den Verantwortlichen des TV Zwiesel. Wie aber sollte Franz Schötz selbst für die Vorbereitung und die vorbildliche, stets aufheiternde Durchführung des Ari`ntags am Arber gedankt werden? Natürlich mit einem lange anhaltenden, tosenden Applaus!

Der große Gewinner dieser schönen Veranstaltung auf dem König des Bayerischen Waldes, dem Arber, war allerdings einmal mehr unsere Ari. Dieser Tag, ihr zur Ehre und zum Ruhme, hat gezeigt, dass wir frohen Mutes in die Zukunft schauen dürfen. Die Ari lebt!

Text und Fotos von Günther Hannes

Unser Juwel in Lindberg

In loser Folge zeigen wir Impressionen aus dem Bauernhausmuseum

Neue Dauerausstellung über den St.Gunther-Steig und das dörfliche Leben

Im Bauernhausmuseum Lindberg wird auf etwa 140qm die Geschichte und Lebenswelt einer dörflichen Gemeinschaft an einem bedeutenden Handelsweg (Gunthersteig) von Bayern nach Böhmen exemplarisch dargestellt. Während im Erdgeschoss das Leben in Küche, Stube, Schlafkammer, Speisekammer und Stall mit möglichst originalgetreuem Mobiliar und Hausrat nachgestellt wird, steht im oberen Stockwerk die Lebenswirklichkeit von Bauern, Handwerkern, Glasmachern, Wirten, Fuhrleuten, Jägern, Holzhauern und Grenzgängern im Mittelpunkt der neuen Ausstellung. Sie knüpft mit modernen Medienstationen eng an die Impuls- und Informationstafeln entlang des grenzüberschreitenden Gunthersteiges an. Ermöglicht wird das Projekt „Gunthersteig / Bauernhausmuseum Lindberg“ durch Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung Ziel ETZ Freistaat Bayern – Tschechische Republik 2014–2020 (INTERREG V).

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